Home / Medien / Die Bettelprinzess, gelesen von Hella von Sinnen
CD_CourthsMalerHella

Die Bettelprinzess, gelesen von Hella von Sinnen

Ein Verlagsimperium feiert sein 50jähriges bestehen und wir dürfen auch ein paar Sektkorken knallen lassen. Der Grund: Hella von Sinnen trifft Hedwig Courts-Mahler! Die Verlagsgruppe Lübbe (15 Millionen Hardcover, 300 Millionen Taschenbücher, 2 Millionen Hörbücher, 3 Milliarden Romanhefte, eine Milliarde Rätsel) und ihr schickes Label Bastei machen es möglich. Das Projekt heißt „Comedy goes Pulp“ und beschert uns neben Cordula Stratmann als Hei­mat­romantante, Harald Schmidt als Jerry Cotton und Frank Zander als Lassiter eben auch Hella als anmutige Interpretin einer turbo-taffen Liebesschmonzette! „Die Bettelprinzess“ heißt der sexfreie Liebesroman aus der „Schundecke“.

Der Inhalt:

Liselotte wächst nach dem frühen Tod der Eltern ohne Liebe und Geborgenheit auf Schloss Bodenhausen auf. Wird von allen abschätzig „Bettelprinzess“ genannt. Sie hat eine erbitterte Feindin in Baroness Lori und eine schwärmerische Ader für Junker Hans. An ihrem 18. Geburtstag wird das Geheimnis ihrer Herkunft enthüllt und macht aus ihr plötzlich eine reiche Gräfin. Das Glück trübt allerdings ein Schatten, denn Liselotte liebt insgeheim Hans, dem der Ruin droht. Und jetzt wollen wir natürlich alle wissen: Wird sie ihn und seine Familie vor einem Leben in Armut bewahren können? In 154 Minuten Spielzeit, auf zwei CDs verteilt, kann Hella von Sinnen alle Register ihrer Entertainerqualitäten ausspielen. Ganz ernsthaft liest sie sich in den Stoff ein, der Thematik entsprechend (!) ihre Interpretation. Sie durchlebt die Geschichte mit entsprechendem Abstand und läuft nach fast 60 Minuten wirklich zur Höchstform auf, als sie im Töchterheim die französische Erzieherin Madame Chevoux mit entsprechendem Idiom ganz plastisch zum Leben erweckt. Comedy pur mit aufgekratzter Stimme, als es um die Höheren Töchter a la Leonie von Pressen (Gazelle), Lia Frankenberg (Bubi), Melanie Schlieben (Germania), Winifred Bellford (Dollarprinzess), Ursula Trautmannsfort (Colibrie) und Susi von Bredow (Wildfang) geht. Hedwig Courths-Mahler, die ihre Romane zwischen 1905 und 1939 schrieb und 1950 auf ihrem Bauernhof am Tegernsee starb, ohne die Renaissance ihrer Romane noch mitzuerleben, wäre stolz auf „unsere“ Hella! Fazit: Beste Unterhaltung für die kalte Jahreszeit.

Sabine Finke

CD_CourthsMalerHellaDie Bettelprinzess, gelesen von Hella von Sinnen
2 CDs, Spielzeit 154 Minuten, gekürzte Romanfassung, Lübbe Audio

Über Lespress-Autorin

Könnte Sie auch interessieren:

Ebony in GAYBY BABY

Doku über Kinder in Regenbogenfamilien: GAYBY BABY

Die australische Regisseurin Maya Newell hat vier Regenbogen-Familien über einen längeren Zeitraum mit der Kamera begleitet und ausschließlich die Kinder erzählen lassen. Das Ergebnis ist eine Doku, die Schwulen und Lesben gefallen wird, aber von Heteros gesehen werden sollte.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *