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Ula Stöckl – Pionierin des Feministischen Films

Werkschau zum 80. Geburtstag Ula Stöckls

Ula Stöckl ist eine Ikone der Frauenbewegung und eine der bemerkenswertesten Filmemacherinnen der Bundesrepublik Deutschland. Sie realisierte mehr als 20 Filme, zu denen sie meist selbst die Drehbücher schrieb und und die überwiegend als Eigenproduktionen entstanden. Ihr Film NEUN LEBEN HAT DIE KATZE (BRD 1968) gilt als erster  feministischer Film. Für ihren Film DER SCHLAF DER VERNUNFT (BRD 1984) erhielt sie den Deutschen Filmpreis und den Preis der Deutschen Filmkritik. Mit dem Film DAS ALTE LIED (1992) lieferte sie den ersten Spielfilm nach dem Mauerfall, der sich mit der deutsch-deutschen Realität beschäftigt.

Heute ist sie Professorin für Regie und „Frauen im Film“ an der University of Central Florida.
Viele ihrer Filme reflektieren Erfahrungswelten von Frauen, die sich gesellschaftlichen Zwängen zu entziehen versuchen.

Ihre Bildersprache sprengt die Grenzen konventioneller filmischer Erzählformen und schafft eine Realität zu der Träume, Ängste und Ungesagtes ganz selbstverständlich gehören. Bis heute sind dies wesentliche Kriterien des feministischen Films.

Diese Werkschau bietet die seltene Gelegenheit, nicht zugängliche Filme aus der Zeit des deutschen sozialkritischen Autor*innenfilms zu sehen.

(Ein interessantes Interview mit der Regisseurin gibt es als Podcast im Deutschlandfunk Kultur)

 

Kino Arsenal, Potsdamer Straße 2, 10785 Berlin

Programm:

Freitag, 9. Februar I 19 Uhr
Eröffnung mit Ula Stöckl
Moderation: Martin Koerber ­– Begrüßung: Erika Gregor, Bärbel Freund, Thomas Mauch

Der kleine Löwe und die Großen oder Die Patriarchen und die Diplomatie
BRD 1973 – 16mm – 45 min
Die Perspektive des elfjährigen Martin, dem das Geschwätz der Erwachsenen egal ist.

Erikas Leidenschaften
BRD 1976 – Mit Karin Baal, Vera Tschechova – 16mm – 64 min
Erika und Franziska performen alle Facetten von Beziehung.
Anschließend Gespräch mit Ula Stöckl und Laura Méritt über Erikas Leidenschaften

Samstag, 10. Februar I 18 Uhr
Großküche
BRD 1964 – DVD – 1:30 min
Kartoffelschälerinnen bei der Arbeit.

Ein ganz perfektes Ehepaar
BRD 1974 – Mit Doris Kunstmann, Gerd Baltus, Susanne Schaefer – 16mm – 90 min
Wie kann eine offene Beziehung in struktureller Ungleichheit gelebt werden?
Zu Gast: Ula Stöckl, Moderation: Diana Kluge

20.15 Uhr
Musiker Weber
BRD 1963 – DVD – 2:15 min
Porträt eines Geigenspielers.

Der Schlaf der Vernunft
BRD 1983/84 – Mit Ida di Benedetto, Christoph Lindert – 35mm – 82 min
Die praktizierende Frauenärztin und Wissenschaftlerin DEA im Kampf gegen die Pharmaindustrie sowie gegen mangelnde Solidarität – analog zu Medeas göttlichem Kampf gegen den Rest der Welt.
Zu Gast: Ula Stöckl, Moderation: Gabriele Brunnenmeyer

Sonntag, 11. Februar I 18 Uhr
Hirnhexen
BRD 1972 – 16mm – 45 min
Ein Film über den Versuch einen Selbstmord zu verstehen.
Zu Gast: Ula Stöckl, Moderation: Toby Ashraf

Hase und Igel
BRD 1974 – Mit Claudia Rückert – 16mm – 60 min
Polyandrie und Brigittes Traum vom gemeinsamen Leben.
Zu Gast: Ula Stöckl, Moderation: Bärbel Freund, Thomas Mauch

20.30 Uhr I Haben Sie Abitur?
BRD 1967 – 35mm – 17 min
Gleiche Bildungschancen für alle!

Neun Leben hat die Katze
BRD 1968 – Mit Kristine Deloup, Liane Hielscher, Heidi Stroh – 35mm – 86 min
Fünf junge Frauen, deren alltägliche Erfahrungen, Sehnsüchte, sexuelle Aktionen und Phantasien.
Zu Gast: Ula Stöckl, Moderation: Bärbel Freund

Montag, 12. Februar I 19 Uhr
Hilft uns denn niemand – UNERHÖRT – Die Geschichte der deutschen Frauenbewegung von 1830 – heute, 9. Folge –
Ula Stöckl, Ulle Schröder – BRD 1986 – DVD – 45 min
Die Zeit von 1918 – 1924. Das Frauenwahlrecht.
Zu Gast: Ula Stöckl, Claudia von Alemann, Moderation: Claudia Lenssen

Die wilde Bühne
D 1993 – Mit Maria Fremmer – DVD – 42 min
Über die Schauspielerin und Sängerin Trude Hesterberg und ihr literarisches Kabarett DIE WILDE BÜHNE (1921-1923)
Zu Gast: Ula Stöckl, Moderation: Claudia Lenssen

Dienstag, 13. Februar I 19 Uhr
Den Vätern vertrauen, gegen alle Erfahrung
BRD 1982 – Mit Grischa Huber – 16mm – 30 min
Mansplaining.

Rede nur niemand von Schicksal
D 1992 – Mit Grischa Huber – 35mm – 9 min
Texte aus Hyperion von Friedrich Hölderlin

Das alte Lied
D 1992 – Mit Lotte Meyer, Alfred Lübke, Jeanne Richter – 35mm –  82 min
Der erste Spielfilm nach dem Mauerfall überhaupt. Erinnerungen, Lebenslügen und Lebensträume werden hinterfragt.
Zu Gast: Ula Stöckl, Moderation: Jeanne Richter

Mittwoch, 14. Februar I 19 Uhr
Antigone
BRD 1964 – Mit Heide Sparmann – 35mm – 7 min
Antigone als Vermittlerin zwischen göttlichen und menschlichen Autoritäten.

Die Widerständigen „also machen wir das weiter…“
Katrin Seybold, Ula Stöckl –D 2014 – DCP – 87 min
Überlebende der Widerstandsbewegung Die Weiße Rose. Dokumentarfilm.
Zu Gast: Ula Stöckl, Juliane Lorenz, Moderation: Anke Hahn

Über Ulrike Anhamm

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