| 30 Jahre KCR | ||
| Das Dortmunder
KCR, eines der ältesten Schwulen- und Lesbenzentren Deutschlands, feiert Jubiläum. Ralf König hat hier seine ersten Comics gezeichnet. Entertainment-Talente wie Theo West wagten hier die ersten Schritte auf eine Bühne. Das "Kommunikations-Centrum Ruhr", KCR, war von Anfang an eine Keimzelle schwul-lesbischen Kulturschaffens. Aber auch in Sachen "Homo-Politik" setzte das KCR schon seit seiner Gründung 1972 Zeichen weit über Dortmund hinaus. "Am Anfang waren wir 5 Männer die das Ruhrgebiet in Sachen Homosexualität auf neue Wege bringen wollten", sagt Ulrich Baer, einer der Mitbegründer. Die Heteros sollten endlich merken, dass es da noch etwas anderes gab, als "boy meets girl". Das ging nicht ganz ohne Verklemmungen ab, als man sich zunächst in Dortmund-Dorstfeld im legendären "Fischladen" niederließ. Der so hieß, weil nicht all zu kurze Zeit davor dort wirklich noch Fisch verkauft worden war. Weshalb das erste Domizil des Schwulenzentrum einen sehr "speziellen Charme" hatte - dank gelb gekachelter Wände, eines gewissen Geruchs und dank einer Gasflaschen-Heizung für deren Befeuerung nicht immer Brennmaterial da war. Doch man fühlte sich wohl - auch weil sich das KCR schon damals in einem liberalen Umfeld verschiedenster Initiativen befand und weil viele "Jung-Tucken" nicht gleich auf den ganz großen Präsentierteller wollten. Das Coming-Out war damals, trotz aller 68er-Revolten, wohl ein noch größerer Schritt als heute. Das Selbstverständnis des KCR änderte sich grundlegend als man Anfang der 80er Jahre in die nördliche City in den Hinterhof des "Langen Augusts" zog. In der Braunschweiger Straße befand man sich wieder in einem Netzwerk verschiedenster Gruppen, aber hier war das Schwulenzentrum weit besser nach außen sichtbar als in Dorstfeld. Das rief endlich auch die Lesben auf den Plan. Nach und nach engagierten sich die ersten Frauen im KCR bis der Name dann schließlich, nicht ganz ohne Konflikte, auch offiziell auf "Lesben- und Schwulenzentrum" erweitert wurde. Seitdem haben verschiedenste Gruppen und Initiativen unter dem Dach des KCR ein Zuhause gefunden. Von Coming-Out-Seminaren, über Beratungs-Hotlines, "Gay ´n Gray-Gruppen" für ältere Homos, bis hin zu schwul-lesbischen Tanzkursen und einem Chor reicht die Bandbreite heute. Und natürlich wird immer noch im KCR oft und ausgiebig gefeiert. Bewiesen wird das wieder mal in der offiziellen Festwoche zum 30jährigen. Vom 12.- 15. September finden die Feierlichkeiten ihren offiziellen Höhepunkt: Am Freitag, dem 13.9., treffen sich heutige und ehemalige KCRler zum großen "Weißt Du noch damals...". Außerdem wird zum ersten Mal, nach fast einjähriger Drehzeit, der KCR-Film gezeigt der einen Rückblick auf die vergangenen 30 Jahre werfen soll. Am Samstag, dem 14.9., folgt das endgültige Highlight mit der Gala zum 30jährigen moderiert vom legendären "Fachmarkt Runkel"-Duo und zahlreichen Überraschungs-Gigs. Alle weiteren Termine und Informationen gibt es im Internet unter www.kcr-dortmund.de |
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