Filibus
Zur ARTE-Sendung Filibus The Mysterious Air Pirate Leonora (Cristina Ruspoli, li.) unterhält sich mit ihrem Gast, dem Grafen de la Brive (Valeria Creti, re.). © Eye Filmmuseum Foto: ARTE

Fernsehinfos vom 1. bis zum 14. Juni 2024

Sa, 01.06., BR 20:15 Uhr:

Donna Leon – Acqua alta
D 2004, R: Sigi Rothemund****** 
Die lesbische Archäologin Brett Lynch [Gesine Cukrowski], die Commissario Brunetti [Uwe Kockisch] in “Venezianisches Finale” kennengelernt hatte, wird brutal zusammengeschlagen, als sie vor dem Haus auf ihre Freundin Flavia Petrelli [Leslie Malton] wartet. Brunetti findet mit Petrellis Hilfe heraus, dass Lynch einem Kunstdieb auf der Spur ist … Belangloser und etwas lieblos inszenierter Krimi, in dem jedoch das lesbische Paar eine bedeutende Rolle spielt


Sa, 01.06., Sat1 00:55 Uhr:

From Hell
TSCHECH/USA 2001, R: Albert + Alan Hughes** 
Ein drogensüchtiger Polizeiinspektor [Johnny Depp] soll in einem London der Jahrhundertwende einem Prostituiertenmörder, angelehnt an die Person des „Jack the Ripper“, das Handwerk legen. Liz, eine der Sexarbeiterinnen, ist lesbisch …


So, 02.06., SIXX 20:15 Uhr:

E-M@il für dich
USA 1998, R: Nora Ephron+ 
Nora Ephron (1941–2012) nahm den Plot von Lubitsch’ „Rendezvous nach Ladenschluß“ (1940) und verlegte ihn als kompliziert-naive Liebesgeschichte zwischen Buchhändlerin Kathleen [Meg Ryan] und Konzernchef Joe [Tom Hanks] in die späten Neunziger. Joe erzählt, dass die Frau seines Vaters mit dem Kindermädchen durchgebrannt ist


Mi, 05.06., BR 00:40 Uhr:

Luft
D 2017, R: Anatol Schuster***** 
Luftige Dorfstudie: Eine schüchterne junge Frau interessiert sich für eine Rebellin und vorsichtig nähern sich die beiden einander an.


Mi, 05.06., SWR/SR 01:30 Uhr: N E U !

Krause kommt: Über Nacht bei Tahnee
D 2024, R: Frank Diederichs 
Moderator Pierre M. Krause und Comedien Tahnee sollen für zwei Tage unter einem Dach wohnen und witzig sein – wer’s mag…


Fr, 07.06., arte 23:15 Uhr: N E U ! ! !

Der Russe ist einer, der Birken liebt
D 2022, R: Pola Beck** 
Mascha [Aylin Tezel], eine junge Frau mit jüdisch-aserbaidschanischen Wurzeln und schrecklichen Traumata, versucht rast- und orientierungslos, aber dennoch mutig nach vorn schauend ihr Leben zu leben. Zu ihrem Umfeld gehören queere Personen.


Fr, 07.06., ProSieben 00:45 Uhr:

Watchmen – Die Wächter
USA 2009, R: Zack Snyder* 
Superhelden-Kriegsfantasie, die einen anderen Verlauf des Zweiten Weltkriegs suggeriert, bei dem das Kussfoto zur bedingungslosen Kapitulation Japans 1945 nicht einen Matrosen und eine Krankenschwester zeigt, sondern eine Krankenschwester und eine Superheldin …


Fr, 07.06., Phoenix 03:45 Uhr:

Der Erste – Homosexualität im Profifußball
D 2023, R: Dominik Vischer, Majorie Maurer 
2014 outete sich der Nationalspieler Thomas Hitzlsperger als erster prominenter Fußballspieler. Er war schon vom aktiven Fußball zurückgetreten. —Findet ihr den Schönheitsfehler in dieser Meldung?— Und hat sich seitdem etwas geändert in der großen Geldshow?


Sa, 08.06., ZDFneo, 20:15 Uhr:

Das Geisterschloß
USA 1999, R: Jan de Bont* 
Remake des Gruselklassikers „Bis das Blut gefriert“ (1963): In einem abgelegenen Schloss erforscht ein Professor [Liam Neeson] Schlaflosigkeit, aber schon bald stellt sich heraus, dass sich in dem Haus schreckliche Dinge ereignet haben, die Nel [Lili Taylor], eine sehr scheue Probandin, zu spüren scheint. Die taffe Theo [Catherine Zeta-Jones] legt ihr eine lesbische Lebensweise nahe … Nicht uninteressanter Horrorfilm, dessen Story allerdings in den überbordenden Gruselszenen ertrinkt


Mo, 10.06., ONE 20:15 Uhr:

Im Zweifel
D 2015, R: Aelrun Goette* 
Die engagierte Pfarrerin Judith Ehrmann (Claudia Michelsen) betreut neben ihrem Kirchenjob Angehörige von Unfallopfern und fürchtet plötzlich, ihr Mann und ihr Sohn könnten in einen Fall von Fahrerflucht verwickelt sein. In einer Sitzung der Landessynode setzt sie sich für die Anerkennung einer lesbischen Pfarrerin ein


Mo, 10.06., arte 22:55 Uhr:

Das Auge
FRA 1982, R: Claude Miller**** 
Ein Detektiv [Michel Serrault], der „das Auge“ genannt wird, verfolgt eine junge Frau [Isabelle Adjani], die ihre Geliebten nach der ersten Nacht tötet. Bei einem Aufenthalt in Baden-Baden muss auch eine taffe lesbische Frau dran glauben … Schwarzhumoriger Thriller, immer noch sehenswert


Di, 11.06., ZDF 20:15 Uhr: N E U ! ! !

Das letzte Tabu
D 2024 
Aus Anlass der Fußballweltmeisterschaft fragt diese Reportage nach, ob sich an der deprimierenden Situation für queere Profi-Fußballspieler*innen in den letzten 30 Jahren etwas zum Positiven verändert hat oder ob ein Coming Out nach wie vor einem Karriere-Aus gleichkommt.


Di, 11.06., Nitro 20:15 Uhr:

Blade Runner 2049
USA/UK/Ungarn/Kanada 2017, R: Denis Villeneuve+ 
Eine Quasi-Fortsetzung des Replikant_innen-Science-Fiction-Dramas von 1982, aus dem die Interview-Sequenz zwischen Tester und Replikantin wiedergegeben wird („ob ich Replikant bin oder eine Lesbierin?“); frauenfeindlich und stellenweise sehr effekthascherisch, aber trotz dieser überflüssigen Ärgernisse von großer Qualität und über sich selbst hinausweisend: Etwa, wenn es um die Bewertung von „echter“ oder implantierter Erinnerung geht – oder auch um die Frage nach der Grenzlinie zwischen Mensch und Roboter


Do, 13.06., DisneyChannel 20:15 Uhr:

New York Taxi
USA/FRA 2004, R: Tim Story* 
Die taffe und schlagfertige Taxifahrerin Belle [Queen Latifah] muss den tollpatschigen Cop Washburn [Jimmy Fallon] kutschieren und erlebt mit ihm zahlreiche Abenteuer. Seine Chefin [Jennifer Esposito] wird bei einem Geiselaustausch von der Oberbankräuberin [Gisele Bündchen] übergriffig angetatscht. Und das soll witzig sein?! Klamaukiges Action-Komödien-Remake, das auch „die Queen“ nicht so richtig sehenswert macht.


Do, 13.06., WDR 22:15 Uhr:

Alice
D 2022, R: Nicole Weegmann*** 
Zweiteiler: Die Geschichte der Emma“-Herausgeberin und Journalistin Alice Schwarzer [hier: Nina Gummich], die am 3. Dezember 2022 achtzig Jahre alt wurde, wird hier in einem sehr wohlwollenden Porträt nacherzählt; Konfliktlinien und Fehltritte lassen sich leider nur erahnen. Trotzdem ist die Biografie nicht uninteressant. Beide Teile laufen hintereinander.


Do, 13.06., arte 02:30 Uhr:

Filibus
Italien 1915, R: Mario Roncoroni** 
Filibus möchte ihr Leben leben, wie es ihr gefällt, und sich nicht den diversen Rollenerwartungen beugen. Deshalb nutzt sie als frühe Cross-Dresserin und ein futuristisch anmutendes Luftschiff, um diverse lukrative Raubüberfälle zu begehen. Sie zieht nicht selten die Aufmerksamkeit anderer junger Frauen auf sich  … – Falls euch der Sendetermin zu spät ist: https://www.arte.tv/de/videos/117654-000-A/filibus/


Fr, 14.06., arte 02:20 Uhr:

Meine alles außer gewöhnliche Familie – Aufgewachsen in einer Regenbogenfamilie
D 2020, R: Annette Ernst 
Frankfurter Langzeitreportage (12 Jahre!) über das Aufwachsen in einer queer-lesbischen Umgebung


© Ingeborg Boxhammer (Bonn 2005/2024)


Ingeborg Boxhammers Bewertungen im Spielfilmbereich liegen folgenden Kategorien zugrunde (Wertung nach dem Sternchenprinzip):

* * * * * * * * 8 Sterne: Lesbisches macht mehr als 90 Prozent der Handlung aus. Ohne dies würde der Plot nicht mehr funktionieren. Lesbischsein/“Anderssein“ wird hier nicht negativ bewertet.
* * * * * * * 7 Sterne: Es geht überwiegend um lesbisch handelnde Frauen. Sie erhalten selbstverständliche Dominanz innerhalb des auch anderes ausführenden Handlungsstrangs.
* * * * * * 6 Sterne: Neben der Hauptthematik ist mindestens ein dominanter Handlungsstrang mit lesbischen Frauen vorhanden und unübersehbar!
* * * * * 5 Sterne: Implizit eindeutig lesbischer Tenor, die Geschichte wirkt jedoch etwas gebremst oder dient lediglich dazu, das Thema süffisant auszuschlachten.
* * * * 4 Sterne: (Nebenrollen-)Lesben oder lesbische Affären werden sind deutlich sichtbar und über einige Sequenzen des Films präsent.
* * * 3 Sterne: Innige/intensive Freundschaft oder Hassliebe mit lesbischen Möglichkeiten oder Ansätzen, die selten verfolgt werden.
* * 2 Sterne: Es taucht mal „etwas Lesbisches“ auf, wird erwähnt oder gezeigt; mal ein Kuss, mal ein tiefer Blick oder eine eindeutige Anmache …
* 1 Stern: So wenig Lesbisches ist hier drin, dass es immer wieder zu übersehen ist!
+: (Queere) Andeutungen und/oder Zwischentöne, Trans*-Darstellungen oder sog. Hosenrollen.
© Ingeborg Boxhammer (Bonn 2005/2024)

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