Alice
ARD/rbb ALICE, am Mittwoch (30.11.22) um 20:15 Uhr im ERSTEN. Eine der einflussreichsten Journalistinnen und Feministinnen wird 80: Alice Schwarzer. Aus diesem Anlass zeigt Das Erste am Mittwoch, dem 30. November, ab 20.15 Uhr den Fernsehfilm „Alice“ in zwei Teilen mit Nina Gummich in der Titelrolle. Nach dem Drehbuch von Daniel Nocke und Silke Steiner und unter der Regie von Nicole Weegmann erzählt der Zweiteiler vom Leben der jungen Alice Schwarzer, ihrer Zeit im Paris der 1960er Jahre bis hin zur Gründung der Zeitschrift „Emma“. - Nina Gummich als Alice Schwarzer © rbb/Alexander Fischerkoesen

Fernsehinfos vom 19.11. bis zum 02.12. 2022

Sa, 19.11., HR 06:10 Uhr:

Transgender – im falschen Körper geboren
D 2021, R: Anne-Madlen Gallert, Anke Klingemann
Reportage aus der Reihe „Sehen statt hören“, Magazin in Gebärdensprache: Porträt von Bruno, der als Margrit 60 Jahre den Wunsch verdrängte, ein Mann zu sein


Sa, 19.11., tagesschau24 13:15 Uhr:

Thomas Hitzlsperger: Katar – warum nur?
D 2022, Buch: Nick Golüke
Der ehemalige Profi-Fußballer Hitzlsperger outete sich 2014. Er will im Emirat u. a. mit der queeren Community sprechen  …


So, 20.11., n-tv 09:30 Uhr:

Homosexualität in Katar – Rote Karte statt Regenbogen
D 2022
In Katar steht Homosexualität unter Strafe – – – Fußballfans, überlegt euch, ob ihr die Spiele dort gucken und damit die Veranstaltung unterstützen MÜSST…


Mo, 21.11., RBB 13:10 Uhr:

Kirche im Kiez – Eine Woche in der 12-Apostel-Gemeinde in Berlin Schöneberg
D 2022, R: Carmen Gräf und Susanne Heim
Die „Gin-Kirche“ der Zwölf-Apostel-Gemeinde ist offen für alles, was die Regelkirche nicht haben möchte, u. a. für queere „Gottesdienste“


Mo, 21.11., BR 14:10 Uhr:

Transgender (Reihe „aktiv und gesund“)
D 2020
Medizinische Ratgeber_innensendung mit einem kurzen Beitrag über Jonathan, der mit der zugewiesenen Kategorie „Mädchen“ auf die Welt kam


Di, 22.11., SWR/SR 23:00 Uhr:

Kiss Me Kosher
D/Israel 2020, R: Shirel Peleg*
Als ihre Enkelin eine Deutsche mit nach Israel bringt und sie auch noch heiraten will, stellt sich die jüdische Großmutter von Shira quer. Nicht durchgängig geschmackssichere Komödie um Liebe, Geschichte und Gegenwart


Di, 22.11., ZDF ?

(– offenbar nur in der Mediathek: https://www.zdf.de/dokumentation/37-grad/37-in-der-abseitsfalle-100.html)
37°: Die Abseitsfalle – Kein Coming-Out im Fußball?
D 2021, R: Annette Heinrich
Reportage über homosexuelle Fußballspieler. Zu Wort kommen mit ihren Erfahrungen Thomas Hitzlsperger, Marcus Urban, Benjamin Näßler — wo bleiben eigentlich die Fußballerinnen*???


Fr, 25.11., WDR 22:00 Uhr:

Kölner Treff – Best of: „Klasse Frauen“
Zusammenschnitte aus früheren Talkshow-Abenden, u. a. mit Maren Kroymann und Anne Will


Fr, 25.11., Tele5 22:15 Uhr:

Blade Runner – The Final Cut
USA 1982, R: Ridley Scott+
Detektiv Deckard [Harrison Ford] jagt menschlich werdende Replikanten und testet auch die attraktive Rachel [Sean Young] auf ihre „Menschlichkeit“: “Ist es ein Test, ob ich Replikant bin oder eine Lesbierin, Mr. Deckard?“ Zukunftweisender Science Fiction, spannend, atmosphärisch, konsequent.


Fr, 25.11., Tele5 00:40 Uhr:

Bound – Gefesselt
USA 1995, R: Larry und Andy Wachowski
Ein Gangsterliebchen [Jennifer Tilly] und eine lesbische Klempnerin [mit riesiger Doppelaxt auf dem Arm: Gina Gershon] tun sich in jeder Hinsicht zusammen und hauen die Mafiamänner übers Ohr. Stellenweise brutal, aber sehr spannend und explizit auch in der Beziehung der beiden Frauen – längst ein Klassiker!


Sa, 26.11., BR 20:15 Uhr:

Donna Leon – Venezianisches Finale
D 2003, R: Sigi Rothemund, Krimi: Donna Leon*
Commissario Brunetti [Uwe Kokisch] geht der Ermordung eines homophoben Dirigenten nach und verdächtigt u. a. die lesbische Opernsängerin Flavia Petrelli [Leslie Malton], die mit ihrer Agentin Brett Lynch [Gesine Cukrowski) zusammenlebt. Naja …


Sa, 26.11., ServusTV 20:15 Uhr:

Die fabelhafte Welt der Amélie
Frankreich 2000, R: Jean-Pierre Jeunet*
Im Tarnmäntelchen eines Märchens kommt diese extrem bürgerliche Komödie daher: Amélie [Audrey Tautou] sucht nach dem Mann, dem die Kinderschätze in ihrem Haus gehören, und gerät so an manch falsche Adresse. Eine der Dominiques, die Amélie aufsucht, trägt einen Anzug, raucht und betrachtet sie genüsslich. Freilich macht Amélie, dass sie weg kommt  …


Sa, 26.11., BR 22:00 Uhr:

Donna Leon – Acqua alta
D 2004, R: Sigi Rothemund
Die lesbische Archäologin Brett Lynch [Gesine Cukrowski], die Commissario Brunetti [Uwe Kockisch] in “Venezianisches Finale” kennengelernt hatte, wird brutal zusammengeschlagen, als sie vor dem Haus auf ihre Freundin Flavia Petrelli [Leslie Malton] wartet. Brunetti findet mit Petrellis Hilfe heraus, dass Lynch einem Kunstdieb auf der Spur ist … Belangloser und etwas lieblos inszenierter Krimi, in dem jedoch das lesbische Paar eine bedeutende Rolle spielt


Sa, 26.11., SRF1 01:00 Uhr:

La Vie en Rose
FRA/UK/TSCHECH 2007, R: Olivier Dahan+
Mit dem Schwerpunkt auf Kindheit und Tod porträtiert der Film das Leben der französischen Chansonsängerin Edith Piaf (1915-1963) [Oscar für Marion Cotillard]. Zu Beginn der Karrierenfeiern sind ganz kurz auch zwei Frauen zu sehen, die einander küssen.


Sa, 26.11., tagesschau24 02:05 Uhr:

Wer hat Angst vorm Regenbogen? Queer in Osteuropa
D 2022
Die Reportage richtet den Blick auf drei Länder, in denen queere Menschen sich gegen extreme Ausgrenzung und Übergriffe zur Wehr setzen müssen


So, 27.11., ZDF 09:03 Uhr: N E U !

Warum glaubst du? Die Liebe
D 2022
Religiöse Reihe, hier mit der Frage nach dem Glauben junger Menschen: Bringt der Glaube jungen Paaren in der Liebe etwas, und wie sehen das queere Menschen?


So, 27.11., RTL2 04:00 Uhr nachts:

New York Taxi
USA/FRA 2004, R: Tim Story*
Die taffe und schlagfertige Taxifahrerin Belle [Queen Latifah] muss den tollpatschigen Cop Washburn [Jimmy Fallon] kutschieren und erlebt mit ihm zahlreiche Abenteuer. Seine Chefin [Jennifer Esposito] wird bei einem Geiselaustausch von der Oberbankräuberin [Gisele Bündchen] übergriffig angetatscht. Und das soll witzig sein?! Klamaukiges Action-Komödien-Remake, das auch „die Queen“ nicht so richtig sehenswert macht.


Mo, 28.11., ZDF 22:15 Uhr:

Verblendung
USA/Schweden/UK/D 2011, R: David Fincher*
Glattgebügelte US-amerikanische Verfilmung des europäischen Knüllers mit Daniel Craig als Journalist, die Französin Elodie Yung als Freundin von Lisbeth, Miriam, und Lisbeth selbst wird von einer Newcomerin dargestellt: Rooney Mara, deren Ausdruckskraft es jedoch an Vielschichtigkeit mangelt


Mi, 30.11., ARD 20:15 Uhr: N E U ! !

Alice
D 2022, R: Nicole Weegmann
Zweiteiliger Spielfilm (die Folgen laufen nacheinander) über „Emma“-Herausgeberin und Journalistin Alice Schwarzer [hier: Nina Gummich], die am 3. Dezember 2022 achtzig Jahre alt wird. – Im Anschluss gibt es um 23:50 Uhr das Porträt: „Die Streitbare – Wer hat Angst vor Alice Schwarzer?“, D 2022, R: Tita von Hardenberg


Mi, 30.11., arte 22:00 Uhr: N E U !

Bonjour tristesse – Kult und Skandal
FRA 2022, R: Priscilla Pizzato
Reportage über Hintergründe und Wirkung des Romans „Bonjour tristesse“, den die damals 18-jährige Françoise Sagan (1935-2004) als Debüt veröffentlicht hatte. Sagan lebte später selbst sehr „freizügig“, z. B. sehr lange mit der Modistin Peggy Roche (gest. 1991)


Do, 01.12., ARD 01:45 Uhr: N E U !

Salon Simonetti, Thema: Liebe
D 2022
Talkshow von Riccardo Simonetti mit Gästen, diesmal u. a. mit Luisa L’Audace, der queeren Verfasserin des Buches „Behindert und Stolz“


Do, 01.12., RTL 20:15 Uhr:

Unvergessen
D 2022
Rückblickshow mit Hella von Sinnen und Hugo Egon Balder – ob’s hier nur um die Blödel-Shows geht, die die Welt nicht braucht, oder auch um die ersten innovativen lesbischen Fernsehmomente mit Hella von Sinnen – konnte ich nicht in Erfahrung bringen. Im Zweifel einfach aus- oder wegschalten!


Fr, 02.12., arte 06:20 Uhr:

Der neue Feminismus – Zwischen Pop und Marketing
R: Élise Baudouin
Die Reportage fragt nach den aktuellen feministischen Themen, nach Protagonistinnen* des Feminismus und der Haltung zu Gender- und Geschlechterfragen


Fr, 02.12., Tele5 00:40 Uhr:

Nymphomaniac Teil 1
DK/DE/BE/GB/FR 2013, R: Lars von Trier*
Eine Frau, die der Film als „Nymphomanin“ inszeniert, erzählt, nachdem sie zusammengeschlagen wurde, ihrem Retter die Geschichte ihrer sexuellen Begegnungen. Ratet, welche Erfahrung sie „auch“ gemacht hat? – Vorsicht: Trier filmt alles, was ihn beschäftigt, grenzen- und skrupellos aus – und nochmal Vorsicht, denn: Er hält sich für ein Genie…


© Ingeborg Boxhammer (Bonn 2005/2022)


Ingeborg Boxhammers Bewertungen im Spielfilmbereich liegen folgenden Kategorien zugrunde (Wertung nach dem Sternchenprinzip):

* * * * * * * * 8 Sterne: Lesbisches macht mehr als 90 Prozent der Handlung aus. Ohne dies würde der Plot nicht mehr funktionieren. Lesbischsein/“Anderssein“ wird hier nicht negativ bewertet.
* * * * * * * 7 Sterne: Es geht überwiegend um lesbisch handelnde Frauen. Sie erhalten selbstverständliche Dominanz innerhalb des auch anderes ausführenden Handlungsstrangs.
* * * * * * 6 Sterne: Neben der Hauptthematik ist mindestens ein dominanter Handlungsstrang mit lesbischen Frauen vorhanden und unübersehbar!
* * * * * 5 Sterne: Implizit eindeutig lesbischer Tenor, die Geschichte wirkt jedoch etwas gebremst oder dient lediglich dazu, das Thema süffisant auszuschlachten.
* * * * 4 Sterne: (Nebenrollen-)Lesben oder lesbische Affären werden sind deutlich sichtbar und über einige Sequenzen des Films präsent.
* * * 3 Sterne: Innige/intensive Freundschaft oder Hassliebe mit lesbischen Möglichkeiten oder Ansätzen, die selten verfolgt werden.
* * 2 Sterne: Es taucht mal „etwas Lesbisches“ auf, wird erwähnt oder gezeigt; mal ein Kuss, mal ein tiefer Blick oder eine eindeutige Anmache …
* 1 Stern: So wenig Lesbisches ist hier drin, dass es immer wieder zu übersehen ist!
+: (Queere) Andeutungen und/oder Zwischentöne, Trans*-Darstellungen oder sog. Hosenrollen.
© Ingeborg Boxhammer (Bonn 2005/2022)

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