Wir Beide
Zur ARTE-Sendung Wir beide Für Nina (Barbara Sukowa, re.) ist Madeleine (Martine Chevallier, li.) die Liebe ihres Lebens. Die beiden Frauen wohnen im gleichen Haus und führen seit 20 Jahren eine geheime Beziehung. © 2022 ARD/Degeto Foto: ARD

Fernsehinfos vom 18.06. bis zum 01.07.2022

Sa, 18.06., ONE 18:45 Uhr:

Unser Kind
D 2018, R: Nana Neul
Was passiert, wenn in einem lesbischen Ehebund die leibliche Mutter des gemeinsamen Kindes stirbt? Dann könnte der Samenspender vor der Witwe Anspruch auf das Sorgerecht erheben … Tja, so viel zur scheinbar vollzogenen Gleichstellung … Lesben-Drama um Ehe und Familie


Sa, 18.06., Tele5 20:15 Uhr:

Blade Runner – The Final Cut
USA 1982, R: Ridley Scott+
Detektiv Deckard [Harrison Ford] jagt menschlich werdende Replikanten und testet auch die attraktive Rachel [Sean Young] auf ihre „Menschlichkeit“: “Ist es ein Test, ob ich Replikant bin oder eine Lesbierin, Mr. Deckard?“ Zukunftweisender Science Fiction, spannend, atmosphärisch, konsequent.


Sa, 18.06., Sat 1 22:20 Uhr:

Miss Undercover
USA 1999, R: Daniel Petri*
Polizistin [Sandra Bullock] ermittelt undercover bei Schönheitswettbewerb – natürlich als „hässliches Entlein“ – wo sich bei der Verleihung auch eine Lesbe outet – boah, wat für ne Revoluzzzzion! Öder Bullock-Witz, der dem huldigt, was er zu kritisieren vorgibt


Sa, 18.06., SWR/SR 23:20 Uhr:

Verliebt in Amsterdam
D 2017, R: Florian Froschmeyer***
Deutscher Karrierist verliebt sich in Amsterdamerin, die mit Eltern, Schwestern und deren lesbischer Geliebter auf einem Hausboot lebt


Sa, 18.06., SRF2 01:00 Uhr:

Professor Marston & The Wonder Women
USA 2017, R: Angela Robinson****
Der Film stellt eine eigenwillige Interpretation der Entstehungsgeschichte der Comic-Heldin „Wonder Woman“ vor: William (1893-1947) und Elizabeth Marston (1893-1993) beschäftigen sich hier in ihren psychologischen Studien nicht nur mit Fetisch und Sadomasochismus, sondern das Ehepaar lebte außerdem zusammen mit der Assistentin Olive Byrne eine schillernde Dreiecksbeziehung.


Sa, 18.06., Sat 1 02:30 Uhr:

Alfie
USA 2004, R: Charles Shyer+
Heteromurks: Bindungsgehemmter Draufgänger [Jude Law] sucht nach dem Glück. Zwei Lesben, mit denen er eine Nacht verbringt, haben miteinander mehr Spaß als mit ihm


So, 19.06., ServusTV 20:15 Uhr:

Away We Go – Auf nach Irgendwo
USA 2009, R: Sam Mendes+
Ein Paar, das ein Kind erwartet, reist durch die USA, um herauszufinden, wo sie in Zukunft wohnen wollen. Unterwegs treffen sie u. a. auf eine alte Bekannte, die ihre zehnjährige Tochter für lesbisch hält.


So, 19.06., SRF2 22:00 Uhr:

Verblendung
USA/Schweden/UK/D 2011, R: David Fincher*
Glattgebügelte US-amerikanische Verfilmung des europäischen Knüllers mit Daniel Craig als Journalist, die Französin Elodie Yung als Freundin von Lisbeth, Miriam, und Lisbeth selbst wird von einer Newcomerin dargestellt: Rooney Mara, deren Ausdruckskraft es jedoch an Vielschichtigkeit mangelt


So, 19.06., 22:25 Uhr:

Boys, Girls and a Kiss
USA 2000, R: Robert Iscove*
„Harry & Sally“-Verschnitt mit einem Heteropaar, das sich über Jahre immer wieder begegnet, in der High School und schließlich am College. Dort gibt es freilich auch eine potenziell lesbische Klischeemitbewohnerin. Schnarch!


So, 19.06., SIXX 22:35 Uhr:

Jenny’s Wedding
USA 2014, R: Mary Agnes Donoghue
Als Jenny (Katherine Heigl) ihre Liebste, Kitty, heiraten will, entscheidet sie sich für ein Coming out auch gegenüber ihrer tradtionsbewussten konservativen Familie. Das sorgt für Trubel auch in deren Lebens- und Beziehungsstrukturen. Nette Komödie, die leider das lesbische Leben nur streift


Mi, 22.06., SRF2 08:20 Uhr:

Aus dem Schatten ans Licht
Schweiz 2019
Reportage über den hier als „das späte Coming Out“ kategorisierten Lebenswandel von Menschen ab 50, phhhh, also von fast jungen Hüpfern …


Mi, 22.06., arte 20:15 Uhr / Fr, 01.07. arte 13:45 Uhr: N E U ! ! !

Wir beide
FRA/BELG/LUX 2019, R: Filippo Meneghetti
Zwei Seniorinnen, Nina und Madeleine [Barbara Sukowa und Martine Chevalier], bewohnen in Südfrankreich jeweils ein eigenes Appartment auf demselben Flur. Seit vielen Jahren sind sie heimlich ein Liebespaar. Als Madeleine einen Schlaganfall erleidet und ihre Tochter sie abschirmt, werden die beiden gewaltsam getrennt. Aber Nina gibt nicht auf und tut alles, um ihrer Liebsten wieder nah sein zu können … Toll! Und super gespielt!


Mi, 22.06., NDR 22:30 Uhr:

Kroymann
D 2020
Folge 14 der Sketchserie mit Maren Kroymann


Mi, 22.06., MDR 23:40 Uhr:

Kroymann
D 2019
Eine weitere Folge der Sketchserie mit Maren Kroymann


Fr, 24.06., ProSieben 22:55 Uhr:

300
USA 2006, R: Zack Snyder+
Verfilmung des historisierenden Cartoons von Frank Miller, der sich auf eine Schlacht bezieht, die sich 480 v. Chr. zwischen Spartanern und Persern ereignet hat: überflüssiger kriegsverherrlichender Meuchelfilm, der auch einen persischen Klischee-Harem mit einander befingernden Frauen zeigt


Sa, 25.06., arte 06:05 Uhr:

Barbra Streisand – Geburt einer Diva
FRA 2015, R: Nicolas Maupied
Porträt der Sängerin, Autorin, Schauspielerin und Regisseurin Barbra Streisand (geb. 1942), die mit ihrem Kampf gegen Frauenfeindlichkeit und Heterosexismus als Ikone der Emanzipationsbewegungen gilt


Sa, 25.06., NDR 20:15 Uhr:

Tatort: Alles kommt zurück
D 2021, R: Detlef Buck***
Eine weitere Folge aus der Reihe „Die dämlichsten Tatorte aller Zeiten“: Hauptkommissarin Charlotte Lindholm [Maria Furtwängler] gerät unter Mordverdacht, als der bezahlte Lover, mit dem sie verabredet war, im gebuchten Hotelzimmer tot aufgefunden wird. Na, wer war’s wohl, wenn eine unglaubwürdige Klischeelösung herhalten muss?? Enttäuschender Buck-Mist! Zum Umschalten.


So, 26.06., tagesschau24 11:15 Uhr:

Wer hat Angst vorm Regenbogen? Queer in Osteuropa
D 2022
Die Reportage richtet den Blick auf drei Länder, in denen queere Menschen sich gegen extreme Ausgrenzung und Übergriffe zur Wehr setzen müssen


Mo, 27.06., ZDF 20:15 Uhr:

Requiem für einen Freund
D 2021, R: Josef Rusnak***
Krimiserie um den Anwalt Joachim Vernau [Jan Josef Liefers], der sich gerade wegen einer unberechtigten Räumungsklage für seine Mutter Hildegard [Elisabeth Schwarz] und deren Lebensgefährtin Ingeborg Hüthchen [Carmen-Maja Anton] einsetzt, als in seinem Büro ein Steuerprüfer ermordet wird. Damit tritt die viel spannendere Nebenhandlung um das Frauenpaar, das zwischendurch auch immer wieder interessante Erinnerungen an ein altes Berlin wachruft, leider zugunsten einer immer unglaubwürdiger werdenden Mordgeschichte in den Hintergrund


Mo, 27.06., Sat1 20:15 Uhr:

Birgits starke Frauen
D 2022
Unterhaltungsshow mit Birgit Schrowange, die hier u. a. das Pastorinnenpaar Ellen und Stefanie Radke trifft


Mo, 27.6., ZDF 00:10 Uhr:

Looping
D 2016, R: Leonie Krippendorff
Drei Frauen unterschiedlichen Alters [mit dabei: Jella Haase] treffen sich zufällig in einer psychiatrischen Klinik und verlieben sich ineinander, denn zu dritt sind sie stärker … Interessantes und einfühlendes, zu Unrecht im Kino übersehenes Regiedebüt


Mo, 27.06., MDR 01:00 Uhr:

Axolotl Overkill
D 2017, R: Helene Hegemann***
Eine Teenagerin zieht von einer Berliner Techno-Party zur anderen, zwischen Drogenrausch und Faszination für eine Fotografin, mit der sie eine Affäre hat


Di, 28.06., 3sat 20:15 Uhr:

Die Tote aus der Schlucht
D 2014, R: Christian Thede
Die lesbische Münchner Kommissarin Susanne Landauer (Rosalie Thomass) entdeckt bei Ermittlungen in ihrem Heimatort die Leiche ihrer bis dahin unbekannten leiblichen Mutter und versucht, gegen die Abwehr des ganzen bayrischen Dorfes ihre Geschichte zu recherchieren. Ihre lesbische Lebensweise ist dabei erfrischenderweise kein Thema!


Mi, 29.06., NDR 22:30 Uhr:

Kroymann
D 2020
Eine weitere Folge der Sketchserie mit Maren Kroymann

Mi, 29.06., WDR 22:15 Uhr:

Trans* – Der schwierige Weg ins eigene Geschlecht
D 2022, R: Christian Pietscher
Filmreportage über Trans*Kinder und -Jugendliche


Fr, 01.07., 3sat

Gender – Weg vom Schwarz-Weiß-Denken
D 2021, R: Claudia Schulte Langforth
Reportagereihe: Warum fällt es einigen Menschen so schwer, nicht nur von der idealisierten Zweiteilung „Mann/Frau“ wegzukommen, sondern auch die tatsächlich vorhandene Vielfalt zu akzeptieren?


Fr, 01.07., ONE 21:45 Uhr:

Die Stille nach dem Schuß
D 2000, R: Volker Schlöndorff****
Terroristin Rita Vogt [Bibiana Beglau] sucht Unterschlupf und eine neue Identität in der DDR, wo sie vorübergehend eine Lebensgefährtin in der alkoholabhängigen Tatjana [Nadja Uhl] findet. Bald jedoch fliegt ihre Tarnung auf … Unter anderem diffus an Inge Vieths Lebenslauf orientierter Polit-Psychothriller, der in seinen stärksten Momenten eine Frau zeigt, die nie zur Ruhe kommen kann, aber in der gewählten Inszenierung von konservativ-starren Bildern geprägt ist.


Fr, 01.07., WDR 22:00 Uhr:

Böttinger. Wohnung 17
D 2022
Moderatorin Bettina Böttinger spricht mit ihren jeweiligen Gästen über deren queeren Alltag. Kleine Doku über den Podcast, der wöchentlich auf WDR 2 läuft


Fr, 01.07., ORF2 23:50 Uhr:

Die Rache der Wanderhure
D 2012, R: Hansjörg Thurn+
Fortsetzung der „Wanderhure“, dem im frühen 15. Jahrhundert angesiedelten fiktiven Prostituiertendrama, in der die geschundene Marie [Alexandra Neldel] von der Prostituierten Hiltrud [Nadja Becker] aufopfernd aufgepäppelt wurde … Hiltrud ist auch in der Fortsetzung wieder dabei; ob sie lesbisch bleiben durfte? Nööööö …


Fr, 01.07., 3sat 04:10 Uhr:

Limbus – Zur Hölle mit Tahnee
D 2022
Showreihe mit der Komikerin Tahnee als Moderatorin, die jedes Mal andere Gäste einlädt, diesmal Clueso und Idil Baydar


© Ingeborg Boxhammer (Bonn 2005/2022)


Ingeborg Boxhammers Bewertungen im Spielfilmbereich liegen folgenden Kategorien zugrunde (Wertung nach dem Sternchenprinzip):

* * * * * * * * 8 Sterne: Lesbisches macht mehr als 90 Prozent der Handlung aus. Ohne dies würde der Plot nicht mehr funktionieren. Lesbischsein/“Anderssein“ wird hier nicht negativ bewertet.
* * * * * * * 7 Sterne: Es geht überwiegend um lesbisch handelnde Frauen. Sie erhalten selbstverständliche Dominanz innerhalb des auch anderes ausführenden Handlungsstrangs.
* * * * * * 6 Sterne: Neben der Hauptthematik ist mindestens ein dominanter Handlungsstrang mit lesbischen Frauen vorhanden und unübersehbar!
* * * * * 5 Sterne: Implizit eindeutig lesbischer Tenor, die Geschichte wirkt jedoch etwas gebremst oder dient lediglich dazu, das Thema süffisant auszuschlachten.
* * * * 4 Sterne: (Nebenrollen-)Lesben oder lesbische Affären werden sind deutlich sichtbar und über einige Sequenzen des Films präsent.
* * * 3 Sterne: Innige/intensive Freundschaft oder Hassliebe mit lesbischen Möglichkeiten oder Ansätzen, die selten verfolgt werden.
* * 2 Sterne: Es taucht mal „etwas Lesbisches“ auf, wird erwähnt oder gezeigt; mal ein Kuss, mal ein tiefer Blick oder eine eindeutige Anmache …
* 1 Stern: So wenig Lesbisches ist hier drin, dass es immer wieder zu übersehen ist!
+: (Queere) Andeutungen und/oder Zwischentöne, Trans*-Darstellungen oder sog. Hosenrollen.
© Ingeborg Boxhammer (Bonn 2005/2022)

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