Zur ARTE-Sendung Porträt einer jungen Frau in Flammen Marianne (Noémie Merlant, re.) spielt unter den zärtlichen Blicken von Héloïse (Adèle Haenel, li.) Klavier. Obwohl das Wetter draußen düster erscheint, herrscht im Wohnzimmer eine angenehme, warme und beruhigende Atmosphäre. © Pyramide Films Foto: ARTE France

Fernsehinfos vom 28.08. bis zum 10.09.2021

So, 29.08., SWR/SR 12:15 Uhr:

Eltern allein zu Haus: Die Winters,
D 2017, R: Josh Broecker**
3. Teil eines Fernsehdreiteilers über wechselnde Paare und Familienprobleme: Matthias Winter [Walter Sittler] versteht nicht, wieso die eigene Tochter plötzlich lesbisch wird …

So, 29.08., SRF2 22:35 Uhr:

Brautalarm
USA 2011, R: Paul Feig*
Hetenklamauk um hochzeitsverrückte Bräute und sogenannte Brautjungfern (Maid of Honor): Zwischen zwei Frauen entbrennt diesbezüglich ein Konkurrenzkampf, dessen Bebilderung vor kaum einer Geschmacklosigkeit zurückschreckt. Anspielungen auf lesbische Lebensweisen dienen mal wieder lediglich der Diskriminierung

Mo, 30.08., arte 13:45 Uhr:

La Vie en Rose
FRA/UK/TSCHECH 2007, R: Olivier Dahan+
Mit dem Schwerpunkt auf Kindheit und Tod porträtiert der Film das Leben der französischen Chansonsängerin Edith Piaf (1915-1963) [Oscar für Marion Cotillard]. Zu Beginn der Karrierenfeiern sind ganz kurz auch zwei Frauen zu sehen, die einander küssen.

Mo, 30.08., SRF2 22:50 Uhr:

Die Hochzeits-Crasher
USA 2005, R: David Dobkin+
Zwei junge Männer [Vince Vaughn und Owen Wilson] mischen sich wahllos unter Hochzeitsgesellschaften, um dort diverse sexuelle Abenteuer zu erleben. In diesem Zoten-Quark werden einige Witze auf Kosten von Lesben gemacht.

Di, 31.08., 3sat 20:15 Uhr:

Kommissar Marthaler – Die Sterntaler-Verschwörung
D 2017, R: Züli Aladag*
Marthaler [Matthias Koeberlin] und seine neue Kollegin Sarah Jonas [Alice Dwyer] treffen in der Wohnung einer ermordeten investigativen Journalistin auf deren Kollegin, die auch ihre Geliebte war …

Di, 31.08., ONE 21:15 Uhr:

Tiger & Dragon
HK/China/Taiwan/USA 2000, R: Ang Lee***
Ein heiliges Schwert wird gestohlen. Verschiedene Gruppen sind daran interessiert und versuchen es in ihre Gewalt zu bringen. Eine Kämpferin und ihre Schülerin, die einander sehr zugetan sind, scheinen auf unterschiedlichen Seiten zu stehen. Es gibt prickelnde Spannungen zwischen den Frauen, aber leider siegen die heterosexuellen Liebesgeschichten

Mi, 01.09., MDR 23:40 Uhr:

Kroymann
D 2014
14. Folge der Sketch-Serie von und mit Maren Kroymann

Do, 02.09., SWR/SR 23:00 Uhr:

Friederike klopft an: Simona, die queere Weinmacherin
D 2021
Reportagereihe mit der Schauspielerin Friederike Kempter, die in der Nähe von Heidelberg die Winzerin und Weinprinzessin Simona besucht, die als Kind Simon hieß

Sa, 04.09., HR 23:15 Uhr:

Mankells Wallander: Todesengel
Schweden/D 2009, R: Agneta Fagerström-Olsson***
Die Chorleiterin eines Chores mit jungen Frauen hat ein begehrliches Auge auf eine der Frauen aus dem Chor geworfen, dann verschwindet Miranda, eine andere Chorsängerin …Wallander ermittelt.

Sa, 04.09., ZDNneo 23:55 Uhr:

Internal Affairs – Trau ihm, er ist ein Cop
USA 1990, R: Mike Figgis*
Polizist Raymond [Andy Garcia] und Polizistin Amy [„Roseanne“-Schwester Laurie Metcalf] kommen bei einem Überwachungsauftrag dem korrupten Kollegen [bedrohlich: Richard Gere] auf die Spur. In gewisser Weise ungewöhnlicher Thriller: Raymond bleibt glücklich verheiratet, Amy bleibt lesbisch!

So, 05.09., SWR/SR 23:00 Uhr:

Toni Erdmann
D/Österreich 2015, R: Maren Ade+
Ein Vater [Peter Simonischek] möchte sich seiner entfremdeten Tochter [Sarah Hüller] wieder annähern und scheut nicht davor zurück, sich vor ihren Karrierekolleg_innen zum Affen zu machen. Ungewöhnliche Beziehungsstudie, die letztlich auch die Tochter zu ausgefallenen Reaktionen bringt. Dabei spielt Nacktheit eine Rolle, die ihre Assistentin beinah falsch versteht. – Die Publikumsreaktionen reichten von „ganz großes Kino“ bis zu „was soll der Scheiß?“ Ich gehöre zur Großes-Kino-Fraktion!

Di, 07.09., ORF2 00:10 Uhr:

The Danish Girl
UK/D/USA 2015, R: Tom Hooper, Vorlage: David Ebershoff*
Die dänische Künstlerin Gerda Wegener (Alicia Vikander) malt ihren Mann Einar (Eddie Redmayne), ein bekannter Landschaftsmaler, in ihren Skizzen zunehmend mit weiblichen Zügen. Einar beginnt in den 1920er Jahren in Kopenhagen, auch in der Öffentlichkeit als Frau aufzutreten und sich Lili Elbe zu nennen. In den dreißiger Jahren lässt Lili sich als vermeintlich erste Person operativ zu einer Frau angleichen, und zwar von Dr. Kurt Warnekros (1882-1949, hier dargestellt von Sebastian Koch) in Dresden. Der Film, der sich nicht an biografische Fakten, sondern an den Roman von Ebershoff hält, konzentriert sich primär auf das Liebespaar Wegener. Außerdem wird beispielsweise die „journalistische Inszenierung“ dieser Geschlechtsangleichung nicht berücksichtigt, dafür jedoch zahlreiche Behauptungen der medialen Berichterstattung als gegeben gesetzt

Mi, 08.09., arte 20:15 Uhr: N E U ! ! !

Porträt einer jungen Frau in Flammen
FRA 2019, R: Céline Sciamma********
Im Jahr 1770 erhält die Pariser Malerin Marianne [Noémie Marchant] den Auftrag, auf einer abgelegenen Insel die Tochter einer Gräfin zu zeichnen, um dem zukünftigen Ehemann zeigen zu können, wie sie aussieht. Zunächst zeigt die Braut [Adèle Haenel] keinerlei Interesse, sich überhaupt zu zeigen. Aber dann kommen die Frauen einander näher als erwartet… Intensives Nachfühlen lesbischer (Kunst-)Geschichte, angesiedelt in einer Zeit, aus der kaum Lesbisches erhalten ist: Mehr als sehenswert!!!


© Ingeborg Boxhammer (Bonn 2005/2021)


Ingeborg Boxhammers Bewertungen im Spielfilmbereich liegen folgenden Kategorien zugrunde (Wertung nach dem Sternchenprinzip):

* * * * * * * * 8 Sterne: Lesbisches macht mehr als 90 Prozent der Handlung aus. Ohne dies würde der Plot nicht mehr funktionieren. Lesbischsein/“Anderssein“ wird hier nicht negativ bewertet.
* * * * * * * 7 Sterne: Es geht überwiegend um lesbisch handelnde Frauen. Sie erhalten selbstverständliche Dominanz innerhalb des auch anderes ausführenden Handlungsstrangs.
* * * * * * 6 Sterne: Neben der Hauptthematik ist mindestens ein dominanter Handlungsstrang mit lesbischen Frauen vorhanden und unübersehbar!
* * * * * 5 Sterne: Implizit eindeutig lesbischer Tenor, die Geschichte wirkt jedoch etwas gebremst oder dient lediglich dazu, das Thema süffisant auszuschlachten.
* * * * 4 Sterne: (Nebenrollen-)Lesben oder lesbische Affären werden sind deutlich sichtbar und über einige Sequenzen des Films präsent.
* * * 3 Sterne: Innige/intensive Freundschaft oder Hassliebe mit lesbischen Möglichkeiten oder Ansätzen, die selten verfolgt werden.
* * 2 Sterne: Es taucht mal „etwas Lesbisches“ auf, wird erwähnt oder gezeigt; mal ein Kuss, mal ein tiefer Blick oder eine eindeutige Anmache …
* 1 Stern: So wenig Lesbisches ist hier drin, dass es immer wieder zu übersehen ist!
+: (Queere) Andeutungen und/oder Zwischentöne, Trans*-Darstellungen oder sog. Hosenrollen.
© Ingeborg Boxhammer (Bonn 2005/2021)

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