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Zur ARTE-Sendung Liebe am Werk Claude Cahun & Marcel Moore Claude Cahun war Schriftstellerin, Dichterin und Fotografin. Mit ihrer Lebensgefährtin, der Illustratorin Suzanne Malherbe, unterhielt sie im Paris der 20er und 30er Jahre einen Künstlersalon. © Estate of Claude Cahun/Photograph courtesy Sfmoma/Don Ross Foto: ARTE France

Fernsehinfos vom 13. bis 22.09.2020

So, 13.9., arte 20:15 Uhr:

Frühstück bei Tiffany
USA 1961, R: Blake Edwards+

Die Romanverfilmung nach Truman Capote rückt die gerade den Kinderschuhen entwachsene Lebedame Holly Golightly [Audrey Hepburn], die sich erst am Schluss für den armen Lebemann Paul [George Peppard] entscheidet, ins Zentrum der Geschichte des US-amerikanischen Jet-Sets der vierziger Jahre. Im Roman geht Holly nach Brasilien und verschwindet aus Pauls Leben. Ihre New Yorker Zeit wird aus seiner Erinnerung geschildert und ihm berichtet sie des Öfteren von lesbischen Frauen in ihrem Umfeld; es klingt, als hätte sie auch eigene Erfahrungen gesammelt. Aber das alles hat Blake Edwards einfach ignoriert!

 

 

Mo, 14.9., RTL2 09:00 Uhr:

Frauentausch: Katja tauscht mit Manuela
D 2009

Lesbe aus lesbischer Vorzeigefamilie und konservativ lebende heterosexuelle Ehefrau tauschen die Rollen – na, wer’s braucht …

 

Mo, 14.9., arte 00:00 Uhr:

Transit Havanna: Transgender als Erbe der Revolution
NL/D 2016, R: Daniel Abma

Porträt von kubanischen Trans*Personen und den neuen Möglichkeiten für geschlechtsangleichende Operationen)

 

Di, 15.9., Tele5 22:55 Uhr:

Tod auf dem Nil
UK 1977, R: John Guillermin+

Hercule Porree — pardonnez-moi, Poirot! [Peter Ustinov] ermittelt auf einem Nildampfer, auf dem ein Mord verübt wurde. Dabei beobachtet er auch die Witwe Mrs. Van Schuyler [Bette Davis] und die ihr in einer Art Hassliebe verbundene Gesellschafterin (?!) Miss Bowers [Maggie Smith] …

 

 

Di, 15.9., ORF2 23:55 Uhr:

Tödliche Geheimnisse
D 2017, R: Sherry Hormann***

Spannender Polit-Thriller rund um TTIP: Journalistin Rommy [Nina Kunzendorf] interviewt einen Whistleblower für das Magazin „Puls“, das ihre Ex, Karin Berger [Anke Engelke] leitet. Der Whistleblower verschwindet spurlos – wurde er umgebracht?

 

 Mi, 16.9., MDR 12:30 Uhr:

Seitensprung
D 2014, R: Sabine Boss+

Werbetexterin Fiona [Claudia Michelsen] ist zwar nicht erfreut, dass ihr Gatte die Nachbarin geschwängert hat, aber sie nimmt sie in die Familie auf und steht ihr bei der Geburt bei. Dies lässt die Hebamme denken, es handle sich um ein lesbisches Paar. Leider nicht …

 

 

Fr, 18.9., BR 00:45 Uhr:

Betrogen
USA 1971, R: Don Siegel*

Während des amerikanischen Bürgerkriegs wird ein verletzter Unionssoldat [Clint Eastwood] in einem Internat von acht Frauen gesund gepflegt. Nach anfänglicher Skepsis beginnen die Frauen, ihn zu bedrängen. Dabei haben die Frauen auch Fantasien miteinander. Dichtes Psychogramm über eine Frauenwelt im Krieg – leider überwiegend unreflektiert aus Männerperspektive erzählt.

 

 

Sa, 19.9., ZDFinfo 03:00 Uhr:

Fatale Zusammentreffen
USA 2018

Reißerische Reportage über Mord aus Eifersucht, im Mittelpunkt ein lesbisches Paar

 

 

So, 20.9., arte 11:00 Uhr:

Claude Cahun & Marcel Moore
Frankreich 2019

Porträt in der Reihe „Liebe am Werk“: „Zwei unbeugsame lesbische Frauen, die während des Zweiten Weltkriegs gemeinsam Widerstand gegen die deutschen Besatzer leisteten, zwei unangepasste Künstlerinnen und Persönlichkeiten: Claude Cahun, mit dem bürgerlichen Namen Lucy Renée Schwob, war eine Schriftstellerin, Dichterin und Fotografin, die mit ihrer Lebensgefährtin, der Illustratorin Suzanne Malherbe, im Paris der 20er und 30er Jahre einen Künstlersalon unterhielt.“ – Ja! Diese Sendungsbeschreibung kann ich nicht toppen.

 

 

So, 20.9., SIXX 20:15 Uhr:

Durchgeknallt – Girl, Interrupted,
USA/D 1999, R: James Mangold**

Susanna Kaysen [Winona Ryder] schluckt Tabletten und eine Flasche Schnaps. In der Annahme, dass sie sich umbringen wollte, stecken ihre Eltern sie vorübergehend in eine geschlossene Anstalt – wo sie auf die unangepasste Lisa [Angelina Jolie] trifft. Sehenswert!

 

So, 20.9., SRF2 22:20 Uhr:

R.E.D. – Älter, härter, besser
USA 2010, R: Robert Schwentke+

Ironisch gemeinter Agenten-Thriller mit RentnerInnengang: Bruce Willis, Helen Mirren, Morgan Freeman legen den Bösewichtern das Handwerk und retten auch noch Mary-Louise Parker, die zwischendurch fälschlicherweise für lesbisch gehalten wird. Streckenweise unterhaltsam – Helen Mirren allemal!

 

 

Di, 22.9., ARD 22:50 Uhr:

Wer hat eigentlich die Liebe erfunden?
D/Schweiz 2017, R: Julia von Heinz***

Familiäre Konflikte: Eine Ehefrau und Mutter (Corinna Harfouch) hat es satt und setzt Ehemann und Tochter Alex [Meret Becker] an einer Autobahnraststätte aus. Alex kommt dadurch der Truckerin Marion [Sabine Timoteo] näher…

 

 

 

 

 

 


Ingeborg Boxhammers Bewertungen im Spielfilmbereich liegen folgende Kategorisierungen zugrunde:

Wertung nach dem Sternchenprinzip

* * * * * * * * 8 Sterne: Lesbisches macht mehr als 90 Prozent der Handlung aus. Ohne dies würde der Plot nicht mehr funktionieren. Lesbischsein/“Anderssein“ wird hier nicht negativ bewertet.

* * * * * * * 7 Sterne: Es geht überwiegend um lesbisch handelnde Frauen. Sie erhalten selbstverständliche Dominanz innerhalb des auch anderes ausführenden Handlungsstrangs.

* * * * * * 6 Sterne: Neben der Hauptthematik ist mindestens ein dominanter Handlungsstrang mit lesbischen Frauen vorhanden und unübersehbar!

* * * * * 5 Sterne: Implizit eindeutig lesbischer Tenor, die Geschichte wirkt jedoch etwas gebremst oder dient lediglich dazu, das Thema süffisant auszuschlachten.

* * * * 4 Sterne: (Nebenrollen-)Lesben oder lesbische Affären werden sind deutlich sichtbar und über einige Sequenzen des Films präsent.

* * * 3 Sterne: Innige/intensive Freundschaft oder Hassliebe mit lesbischen Möglichkeiten oder Ansätzen, die selten verfolgt werden.

* * 2 Sterne: Es taucht mal „etwas Lesbisches“ auf, wird erwähnt oder gezeigt; mal ein Kuss, mal ein tiefer Blick oder eine eindeutige Anmache …

* 1 Stern: So wenig Lesbisches ist hier drin, dass es immer wieder zu übersehen ist!

+: (Queere) Andeutungen und/oder Zwischentöne, Trans*-Darstellungen oder sog. Hosenrollen.

© Ingeborg Boxhammer (Bonn 2005/2020)

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