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Zur ARTE-Sendung „The Girl King“: Komtess Ebba Sparre (Sarah Gadon, li.) mit Königin Kristina Wasa (Malin Buska, re.): Im strengst lutherischen Königreich Schwedens ist für ihre Leidenschaft kein Platz. Foto: BR / Veera Aaltonen/Starhaus Filmproduktion

Fernsehinfos vom 19. bis 30.07. 2020

So, 19.7., SuperRTL 20:15 Uhr:

Rubbeldiekatz
D 2011, R: Detlev Buck**

Der glücklose Charleys-Tante-Mime Alexander [Matthias Schweighöfer] übernimmt als Alexandra notgedrungen die Rolle eines BDM-Mädels in einem Unterhaltungsfilm über Nazis und verliebt sich –– echt jetzt? Aber so was hatten wir doch noch nie!!!! – in seine Filmpartnerin [Alexandra Maria Lara]. Überwiegend witzloser Klamauk, der viele seiner Gags auf Kosten von Schwulen präsentiert

 

 

So, 19.7., arte 21:50 Uhr:

Mulholland Drive
USA 2001, R: David Lynch*******

Im Zentrum der scheinbar jenseits aller bewährten Erzählstrukturen inszenierten Geschichte stehen zwei Frauen, die – am Anfang fast als Staffage vorgestellt – sich immer mehr als Motor der sich offenbar bereits ereigneten Handlung erweisen. Dabei kommen sich die beiden Protagonistinnen [Laura Herring und Naomi Watts] plötzlich näher – oder waren sie schon mal ein Paar?! Wurde eine aus Eifersucht getötet oder ist alles nur ein schrecklicher Alptraum? Vielschichtiges Drama, das für stundenlange Diskussionen sorgen kann …

 

 

Mo, 20.7., Kabel 22:40 Uhr:

300
USA 2006, R: Zack Snyder+

Verfilmung des historisierenden Cartoons von Frank Miller, der sich auf eine Schlacht bezieht, die sich 480 v. Chr. zwischen Spartanern und Persern ereignet hat: überflüssiger kriegsverherrlichender Meuchelfilm, der auch einen persischen Klischee-Harem mit einander befingernden Frauen zeigt

 

 

Mo, 20.7., HR 23:15 Uhr:

Tiger & Dragon
HK/China/Taiwan/USA 2000, R: Ang Lee***

Ein heiliges Schwert wird gestohlen. Verschiedene Gruppen sind daran interessiert und versuchen es in ihre Gewalt zu bringen. Eine Kämpferin und ihre Schülerin, die einander sehr zugetan sind, scheinen auf unterschiedlichen Seiten zu stehen. Es gibt prickelnde Spannungen zwischen den Frauen, aber leider siegen die heterosexuellen Liebesgeschichten

 

 

Di, 21.7., SRF2 22:55 Uhr:

Boogie Nights
USA 1997, R: Paul Thomas Anderson+

Anhand eines jungen Mannes [Marc Wahlberg] wird der Aufstieg und Fall eines Pornodarstellers Ende der siebziger/Anfang der achtziger Jahre porträtiert. Der Regisseur [Burt Reynolds] setzt sowohl Männer als auch Frauen [u. a. Julianne Moore und Heather Graham] entsprechend in Szene. Muss nich sein …

 

 

Mi, 22.7., 09:15 Uhr:

Anastasia – Oberstleutnant, Kommandeurin, Transgender
D 2019, R: Thomas Ladenburger

Porträt über Anastasia Biefang, der ersten transsexuellen Kommandeurin der Bundeswehr

 

 

Do, 23.7., ServusTV 22:30 Uhr:

Löwenkäfig
ARG/SÜDKOREA/BRAS 2008, R: Pablo Trapero****

Die schwangere Julia [Martina Gusman] wird wegen Mordes an ihren Mitbewohnern verurteilt, kann sich jedoch an nichts erinnern. Im Gefängnis bringt sie bald ein Kind zur Welt und nimmt, nach massiver Abwehr, nicht nur die Hilfe, sondern auch die Zuwendung einer Mitinsassin an, die ihr letztendlich auch zur Flucht verhilft.

 

 

Fr, 24.7., arte 05:00 Uhr:

Tracks: Spezial „Summer of Dreams” (½)
D/FRA 2020

Das Musikmagazin diesmal mit einem Beitrag über die Autorin Emil Ferris, die in einer Graphic Novel die Geschichte eines lesbischen Werwolf-Mädchens erzählt

 

 

Fr, 24.7., ARD 23:45 Uhr:

Mankells Wallander: Todesengel
Schweden/D 2009, R: Agneta Fagerström-Olsson***

Die Chorleiterin eines Chores mit jungen Frauen hat ein begehrliches Auge auf eine der Frauen aus dem Chor geworfen, dann verschwindet Miranda, eine andere Chorsängerin …Wallander ermittelt.

 

 

Sa, 25.7., ZDFneo 20:15 Uhr:

Hals über Kopf
USA 2001, R: Mark S. Waters*

Von der Liebe enttäuschte Frau [Monica Potter], die natürlich am Ende den Mann ihres Lebens finden wird, hat eine lesbische Freundin [China Chow]. Blöd.

 

 

Sa, 25.7., Vox 20:15 Uhr:

40 Jahre Whitney Houston – Die tragische Geschichte der Queen of Pop
D 2018

Anlass zur Doku war vor zwei Jahren der 40. Jahrestag ihres Hits „Life is a party“. Wenn auch eher quotenorientiert, geht auch dieses Feature auf das Spannungsfeld zwischen Karriere und Privatleben ein

 

 

Sa, 25.7., ProSieben 22:25 Uhr:

Sieben verdammt lange Tage
USA 2014, R: Shawn Levy**

Als bei den Altmans der Vater stirbt, müssen vier Geschwister, darunter Judd (Jason Bateman) und seine Schwester Wendy (Tina Fey), zusammen mit der Mutter (Jane Fonda) sieben Tage lang jüdische Totenwache (Schiv’a) halten. Am Ende der Trauerzeit gibt es ein überraschendes Coming Out …

 

 

Sa, 25.7., RBB 01:15 Uhr:

Don’t hide your pride
D 2020

Zusammenfassung der Höhepunkte des diesjährigen digitalen CSD 2020 in Berlin, der als ‚digitale Demo im Netz‘ geplant ist

 

 

Mo, 27.7., 3sat 22:25 Uhr:

Überleben in Neukölln
D 2017, R: Rosa von Praunheim

Studie über den Berliner Kiez mit Porträts der dort Wohnenden, u. a. eine lesbische Syrerin

 

 

Di, 28.7., ZDFinfo 19:30 Uhr:

Bibeltreue Supermacht – Evangelikale in den USA
FRA 2019

Reportage über Evangelikale in den USA, die als große Religionsgruppe gegen alles hetzen, was z. B. zu einem freien, selbstbestimmten Leben als Feministin und Homosexuelle* gehört

 

 

Mi, 29.7., arte 15:20 Uhr:

The Girl King
FINN/D/CDN/SCHWED/FRA 2015, R: Mika Kaurismäki*******

Sehenswertes biografisches Drama über die schwedische Königin Kristina (1626-1689): Die Thronfolgerin Kristina [Malin Buska] wird nach dem Tod ihres Vaters, Gustav Adolf, 1632 zur Königin Schwedens. Die unangepasste Herrscherin verliebt sich in eine ihrer Zofen [Sarah Gadon], Ebba Sparre (1629-1662), und macht sie zu ihrer Geliebten.

 

 

Mi, 29.7., arte 20:15 Uhr:

Toni Erdmann
D/Österreich 2015, R: Maren Ade+

Ein Vater [Peter Simonischek] möchte sich seiner entfremdeten Tochter [Sarah Hüller] wieder annähern und scheut nicht davor zurück, sich vor ihren Karrierekolleg_innen zum Affen zu machen. Ungewöhnliche Beziehungsstudie, die letztlich auch die Tochter zu ausgefallenen Reaktionen bringt. Dabei spielt Nacktheit eine Rolle, die ihre Assistentin beinah falsch versteht. – Die Publikumsreaktionen reichten von „ganz großes Kino“ bis zu „was soll der Scheiß?“ Ich gehöre zur Großes-Kino-Fraktion!

 

 

 

 


Ingeborg Boxhammers Bewertungen im Spielfilmbereich liegen folgende Kategorisierungen zugrunde:

Wertung nach dem Sternchenprinzip

* * * * * * * * 8 Sterne: Lesbisches macht mehr als 90 Prozent der Handlung aus. Ohne dies würde der Plot nicht mehr funktionieren. Lesbischsein/“Anderssein“ wird hier nicht negativ bewertet.

* * * * * * * 7 Sterne: Es geht überwiegend um lesbisch handelnde Frauen. Sie erhalten selbstverständliche Dominanz innerhalb des auch anderes ausführenden Handlungsstrangs.

* * * * * * 6 Sterne: Neben der Hauptthematik ist mindestens ein dominanter Handlungsstrang mit lesbischen Frauen vorhanden und unübersehbar!

* * * * * 5 Sterne: Implizit eindeutig lesbischer Tenor, die Geschichte wirkt jedoch etwas gebremst oder dient lediglich dazu, das Thema süffisant auszuschlachten.

* * * * 4 Sterne: (Nebenrollen-)Lesben oder lesbische Affären werden sind deutlich sichtbar und über einige Sequenzen des Films präsent.

* * * 3 Sterne: Innige/intensive Freundschaft oder Hassliebe mit lesbischen Möglichkeiten oder Ansätzen, die selten verfolgt werden.

* * 2 Sterne: Es taucht mal „etwas Lesbisches“ auf, wird erwähnt oder gezeigt; mal ein Kuss, mal ein tiefer Blick oder eine eindeutige Anmache …

* 1 Stern: So wenig Lesbisches ist hier drin, dass es immer wieder zu übersehen ist!

+: (Queere) Andeutungen und/oder Zwischentöne, Trans*-Darstellungen oder sog. Hosenrollen.

© Ingeborg Boxhammer (Bonn 2005/2020)

Über Lespress-Autorin

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