Home / Featured / Fernsehinfos vom 29.2. bis 13.3.2020
Zur ARTE-Sendung Eine Sommerliebe Delphine (Izïa Higelin, li.) und Carole (Cécile de France, re.) verlieben sich unerwartet ineinander. Jedoch ist dies im Frankreich der 70er Jahre noch nicht anerkannt. Vor allem Delphines konservative Familie steht dem Glück der beiden im Weg. © DR Foto: ARTE France

Fernsehinfos vom 29.2. bis 13.3.2020

Sa, 29.2., RTL2 20:15 Uhr:

Rubbeldiekatz
D 2011, R: Detlev Buck**

Der glücklose Charleys-Tante-Mime Alexander [Matthias Schweighöfer] übernimmt als Alexandra notgedrungen die Rolle eines BDM-Mädels in einem Unterhaltungsfilm über Nazis und verliebt sich –– echt jetzt? Aber so was hatten wir doch noch nie!!!! – in seine Filmpartnerin [Alexandra Maria Lara]. Überwiegend witzloser Klamauk, der viele seiner Gags auf Kosten von Schwulen präsentiert

 

Sa, 29.2., ONE 21:40 Uhr:

Cloud Atlas
USA/D 2012, R: Tom Tykwer, Lana & Andy Wachowski, Roman: David Mitchell+

Cineastischer Leckerbissen in sechs Erzählsträngen über philosophisch-weltgeschichtliche Zusammenhänge – mit vielen Stars [Tom Hanks, Halle Berry, Jim Broadbent, Hugh Grant, Susan Sarandon, Hugo Weaving u. a.] in immer und immer wieder anderen Rollen: Dabei spielen z. B. Schwarze Weiße oder umgekehrt – und genderübergreifend ist es – vermutlich Dank Lana, ehemals Larry Wachowski – sowieso. Die Story ist an manchen Stellen etwas dünn, aber insgesamt sehenswert, wenn mitunter auch sehr brutal in Szene gesetzt

 

Sa, 29.2., ZDF 01:00 Uhr:

Weiblich, ledig, jung, sucht …
USA 1992, R: Barbet Schroeder**

Die neue Mitbewohnerin von Allison [Bridget Fonda], Hedra [Jennifer Jason Leigh], entpuppt sich als obsessive Frau, die nach und nach von Allison und ihrem Leben Besitz ergreift. Psychothriller, der in seinen Horrorvorstellungen auf alte Frauen- und Lesbenklischees setzt

 

Sa, 29.2., Tele5 01:05 Uhr:

Kein Sterbenswort
FRA 2006, R: Guillaume Canet***

Jahre später scheint die von einem Serienmörder getötete Frau von Alex (Francois Cluzet) plötzlich wieder aufzutauchen. Was wissen seine Schwester Anne (Marina Hands) und deren Liebste Hèlène (Kristin Scott Thomas)? Spannender Actionthriller, dessen rückblickend aufgedeckte Geschichte nicht flächendeckend plausibel ist

 

So, 1.3., ARD 00:05 Uhr: N E U !

Casting
D 2017, R: Nicolas Wackerbarth*

Bei einem Casting zu einem Film zu Ehren des schwulen Regisseurs Rainer Werner Fassbinder geht es auch um eine lesbische Beziehung wie in Fassbinders „Die bitteren Tränen der Petra von Kant“

 

So, 1.3., arte 00:50 Uhr:

Die Nonne
FRA 2013, R: Guillaume Nicloux**

Neuverfilmung des Diderot-Romans von 1796: Die junge Simone wird gegen ihren Willen ins Kloster gesteckt und ist dort den bigotten und launischen Mitschwestern und mitunter lesbischen Oberinnen (Isalbelle Huppert) ausgesetzt. Überflüssig und langweilig.

 

Mo, 2.3., arte 20:15 Uhr:

Die Teuflischen
FRA 1954, R: Henri-Georges Clouzot, Romanvorlage: Pierre Boileau, Thomas Narcejac**

Zwei eng befreundete Lehrerinnen in einem Internat, Christina (Vera Clouzot), die Ehefrau des sadistischen Leiters (Paul Meurisse), und die Lehrerin Nicole (Simone Signoret) planen den störenden Mann aus dem Weg zu räumen – aber dann taucht dessen Leiche unerwartet wieder auf … Böser Thriller.

Mi, 4.3., arte 20:15 Uhr:

La belle saison – Eine Sommerliebe
Frankreich 2016, R: Catherine Corsini********

Zu Beginn der 1970er Jahre verliebt sich die junge Landlesbe Delphine [Izïa Higelin] bei einer feministischen Aktion in der Stadt in Carole [Cécile De France], eine der Rädelsführerinnen. Als Delphines Vater stirbt, muss sie zurück auf den Hof – und Carole reist ihr nach, aber … Frauenbewegte Lesbengeschichte aus Frankreich.

Weitere Sendetermine:
Montag, 9. März 2020 um 01.05 Uhr und
Freitag, 20. März 2020 um 13.45 Uhr

 

Mi, 4.3., Kabel 22:40 Uhr:

300
USA 2006, R: Zack Snyder+

Verfilmung des historisierenden Cartoons von Frank Miller, der sich auf eine Schlacht bezieht, die sich 480 v. Chr. zwischen Spartanern und Persern ereignet hat: überflüssiger kriegsverherrlichender Meuchelfilm, der auch einen persischen Klischee-Harem mit einander befingernden Frauen zeigt

 

Mi, 4.3., arte 00:35 Uhr:

Gelebte Träume – Künstlerinnen des Surrealismus
D 2020

Doku zur sehr sehenswerten Ausstellung „Fantastische Frauen“ in der Frankfurter Schirn Kunsthalle: Neben der bisexuellen Frida Kahlo (1907-1954) werden auch andere Surrealistinnen vorgestellt, wie z. B. Claude Cahun (1894-1954), die sich selbst als alle Geschlechter inszenierte und mit ihrer Lebensgefährtin Marcel Moore (1892-1972) im antifaschistischen Widerstand kämpfte

 

Do, 5.3., ServusTV 20:15 Uhr:

Swing Vote – Die beste Wahl
USA 2008, R: Joshua Michael Stern*

Politische Farce über die Bemühungen der US-amerikanischen Präsidentschaftskandidaten, einen Wechselwähler [Kevin Costner] für sich zu gewinnen.: Da er scheinbar nix gegen Homosexuelle hat, stürzen sich die Medien auf dieses Thema und befürworten die „Homoehe“, für die sogar ein Spot inszeniert wird

 

 

Do, 5.3., Sat1 20:15 Uhr:

Tammy – Voll abgefahren
USA 2014, R: Ben Falcone****

Die frustrierte Tammy [Melissa McCarthy] macht sich mit ihrer Oma [Susan Sarandon] auf eine Reise zum Abreagieren. Nach zahlreichen Konflikten und Problemen landen sie bei der wohlhabenden Cousine Lenore [Kathy Bates] und ihrer Frau [Sandra Oh]. Klingt spaßiger, als es ist

 

 

Do, 5.3., SRF1 23:45 Uhr:

Girl
Belgien/NL 2018, R: Lukas Dhont

Die junge Lara will Ballerina werden, aber als Trans* wird es auf der Tanzakademie nicht leicht … Eindringlich.

 

 

Do, 5.3., WDR 00:50 Uhr:

Tatort: Familienbande
D 2010, R: Thomas Jauch****

Ermittler Schenk [Dietmar Bär] und Ballauf [Klaus J. Behrendt] werden mit dem Tod eines Jungen konfrontiert, dessen Mutter [Ana Schudt] ein Techtel mit der verheirateten Nachbarin [Katharina Lorenz] hat. Ist die Lesbe schuld am Tod des Jungen??? Darf eine Lesbe ausnahmsweise mal einen „Tatort“ überleben??? Schwierige, sääääähr schwierige Fragen …

 

Fr, 6.3., WDR 22:00 Uhr:

Kölner Treff: Weltfrauentag
Zum Thema 8. März, Frauentag, spricht Bettina Böttinger mit Barbara Becker, Laura Kampf, Renate Schmidt, Christine Hecke und Anastasie Biefang.

 

Fr, 6.3., Phoenix 03:30 Uhr:

WDR Geschichte(n): Eine Zeitreise in Interviews

u. a. mit der Journalistin und Leiterin der „Frauen-Fragen“ im WDR, Inge von Bönninghausen, die sich in ihrer Sendung 1991 gemeinsam mit Viola Roggenkamp outete

 

Sa, 7.3., arte 06:20 Uhr:

Debbie Harry – Atomic Blonde
FRA 2017, R: Pascal Forneri

Porträt der Pop-Ikone Debbie Harry alias Angela Tremble (geboren 1945): Die erfolgreiche Schauspielerin und Sängerin von „Blondie“ lehnte 2014 wegen der russischen Gesetze gegen Homosexualität ab, bei den Olympischen Spielen in Sotschi aufzutreten

 

Sa, 7.3., RBB 23:30 Uhr:

Betrogen
USA 1971, R: Don Siegel*

Während des amerikanischen Bürgerkriegs wird ein verletzter Unionssoldat [Clint Eastwood] in einem Internat von acht Frauen gesund gepflegt. Nach anfänglicher Skepsis beginnen die Frauen, ihn zu bedrängen. Dabei haben die Frauen auch Fantasien miteinander. Dichtes Psychogramm über eine Frauenwelt im Krieg – leider überwiegend unreflektiert aus Männerperspektive erzählt.

 

Sa, 7.3., arte 00:35 Uhr:

Kurzfilme zum Weltfrauentag 2020
In der Reihe „KurzSchluss“ werden zum Internationalen Frauentag am 8. März Kurzfilme von Frauen gezeigt, u. a. mit Francy Fabritz, die ihre Filme grundsätzlich mit Frauen aus der LGBT-Szene besetzt

 

So, 8.3., Tele5 22:25 Uhr:

Der Biss der Schlangenfrau
UK 1988, R: Ken Russell**

Ein Archäologe trifft auf ein Wesen, das einerseits Vampirin, andererseits Giftschlange ist. Hohepriesterin Sylvia [Amanda Donohoe] lebt lustbetont und opfert dem begehrten Nachbarn [Hugh Grant] die Dienerin Eve, die sie für ihn vergewaltigt. Völliger Murks. Abzuraten.

 

Mo, 9.3., arte 23:30 Uhr: N E U !

Game Girls
D/FRA/USA 2018, R: Alina Skrzeszewska

Doku über ein lesbisches obdachloses Paar in Los Angeles

 

Mo, 9.3., RTL2 01:10 Uhr:

exklusiv – die reportage: Endlich Frau, endlich Mann! – Transsexuelle in Deutschland

D 2009

Reportage über den Alltag von Trans*Personen; für RTL2 reißerisch: „schrille Diven“

 

 


Ingeborg Boxhammers Bewertungen im Spielfilmbereich liegen folgende Kategorisierungen zugrunde:

Wertung nach dem Sternchenprinzip

* * * * * * * * 8 Sterne: Lesbisches macht mehr als 90 Prozent der Handlung aus. Ohne dies würde der Plot nicht mehr funktionieren. Lesbischsein/“Anderssein“ wird hier nicht negativ bewertet.

* * * * * * * 7 Sterne: Es geht überwiegend um lesbisch handelnde Frauen. Sie erhalten selbstverständliche Dominanz innerhalb des auch anderes ausführenden Handlungsstrangs.

* * * * * * 6 Sterne: Neben der Hauptthematik ist mindestens ein dominanter Handlungsstrang mit lesbischen Frauen vorhanden und unübersehbar!

* * * * * 5 Sterne: Implizit eindeutig lesbischer Tenor, die Geschichte wirkt jedoch etwas gebremst oder dient lediglich dazu, das Thema süffisant auszuschlachten.

* * * * 4 Sterne: (Nebenrollen-)Lesben oder lesbische Affären werden sind deutlich sichtbar und über einige Sequenzen des Films präsent.

* * * 3 Sterne: Innige/intensive Freundschaft oder Hassliebe mit lesbischen Möglichkeiten oder Ansätzen, die selten verfolgt werden.

* * 2 Sterne: Es taucht mal „etwas Lesbisches“ auf, wird erwähnt oder gezeigt; mal ein Kuss, mal ein tiefer Blick oder eine eindeutige Anmache …

* 1 Stern: So wenig Lesbisches ist hier drin, dass es immer wieder zu übersehen ist!

+: (Queere) Andeutungen und/oder Zwischentöne, Trans*-Darstellungen oder sog. Hosenrollen.

© Ingeborg Boxhammer (Bonn 2005/2020)

Über Lespress-Autorin

Könnte Sie auch interessieren:

Der Schottische Bankier von Surabaya: Ein Ava-Lee-Roman

Ava Lee erholt sich gerade von ihrem letzten Auftrag, als schon der nächste ins Haus flattert: Eine Gruppe Vietnamesen wurde um ihr Vermögen gebracht.