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The Kids Are All Right
Nic (Annette Bening, l.) und Jules (Julianne Moore, r.) haben zusammen vor 18 Jahren eine Familie gegründet. Foto: ZDF / Suzsanne Tanner

Fernsehinfos vom 1. bis 14.9. 2018

Sa, 1.9., ARD-alpha 10:30 Uhr:

Papa heißt jetzt Verena
D 2017, R: Elisabeth Möst

Porträt einer Frau, die 30 Jahre das Leben eines Mannes lebt, sich aber als Frau fühlt und einen Neuanfang wagt

 

Sa,1.9., VOX 20:15 Uhr:

40 Jahre Whitney Houston – Die tragische Geschichte der Queen of Pop
2018

Anlass zur Doku ist der 40. Jahrestag ihres Hits „Life is a party“. Nur wenig Infos zu diesem Feature über Whitney Houston (1963-2012) zu finden; ich bin skeptisch, ob ihr lesbisches Leben hier Thema wird

 

Sa, 1.9., Tele 5, 23:55 Uhr:

Griechische Feigen
BRD 1976, R: Sigi Rothemund*

Eine Deutsche, deren Eltern in Griechenland wohnen, macht sich per Anhalterin auf eine Reise und hat unterwegs nicht nur heterosexuelle Kontakte, sondern auch eine Begegnung mit einem Fotomodell [Olivia Pascal]. Lahm. Langweilig.

 

Sa, 1.9., ZDF 00:30 Uhr:

Side Effects – Tödliche Nebenwirkungen
USA 2013, R: Steven Soderbergh***

Die neuen Psychopharmaka, die ein Psychotherapeut [Jude Law] seiner Patientin [Rooney Mara] verschreibt, scheinen diese zu einer mordenden Bestie zu machen. Was hat die Therapeutin Victoria [Catherine Zeta-Jones] damit zu tun? Und welche Figur verkörpert hier wohl wieder das Böse??

 

So, 2.9., ZDFneo 21:45 Uhr:

Zarah – Wilde Jahre
D 2017, R: Richard Huber

ZDF-Serie über Frauen und Feminismus der 1970er Jahre; im Mittelpunkt steht die §218-Aktivistin und Journalistin Zarah Wolf [Claudia Eisinger], die als stellvertretende Chefredakteurin bei einem sexistischen Hochglanzblatt anfängt. Bei ihren taffen Freundinnen regen sich auch lesbische Begierden … Folge 1+2/6

 

Di, 4.9., arte 21:10 Uhr:

Lustvolle Befreiung: 1. Befriedigung und Spaß, 2. Liebe und Moral
FRA 2017

Zweiteilige Reportage über die „sexuelle Revolution“ der 1960er Jahre, die nicht nur Freizügigkeit brachte

 

Do, 6.9., ServusTV 20:15 Uhr:

Swing Vote – Die beste Wahl
USA 2008, R: Joshua Michael Stern*

Politische Farce über die Bemühungen der US-amerikanischen Präsidentschaftskandidaten, einen Wechselwähler [Kevin Costner] für sich zu gewinnen.: Da er scheinbar nix gegen Homosexuelle hat, stürzen sich die Medien auf dieses Thema und befürworten die „Homoehe“, für die sogar ein Spot inszeniert wird

 

Do, 6.9., DisneyChannel 22:05 Uhr:

Boys, Girls and a Kiss
USA 2000, R: Robert Iscove*

„Harry & Sally“-Verschnitt mit einem Heteropaar, das sich über Jahre immer wieder begegnet, in der High School und schließlich am College. Dort gibt es freilich auch eine potenziell lesbische Klischeemitbewohnerin. Schnarch!

 

Sa, 8.9., ZDFneo 20:15 Uhr:

The Kids are all right
USA 2009, R: Lisa Cholodenko*******

Umstrittene Familienkomödie um ein Lesbenpaar [Annette Bening und Julianne Moore], deren Samenbank-Kinder den gemeinsamen Spendervater [Mark Ruffalo] ausfindig machen und mit nach Hause bringen, wo er sich schnell wohlzufühlen beginnt … Teilweise ärgerlich in der kompromissbereiten Heteromann-kriegt-zwischendurch-ne-Lesbe-Idee, mit Witzen aus den üblichen Hetenbeziehungskomödien – aber überragend in der Darstellung: Passen Annette Bening und Julianne Moore nicht hervorragend zusammen???

 

So, 9.9., ZDFneo 21:45 Uhr:

Zarah – Wilde Jahre
D 2017, R: Richard Huber (Folge 3+4/6)

 

So, 9.9., SIXX 22:10 Uhr:

The Women – Von großen und kleinen Affären
USA 2008, R: Diane English, Vorlage: Clare Boothe Luce, 1936**

Die Geschichte des gleichnamigen Films von George Cukor (1939) wurde ins 21. Jahrhundert transportiert und als flache Komödie inszeniert, die damals wie heute im Milieu der oberen Zehntausend spielt, deren Frauen zusammenglucken, um einander die Männer auszuspannen oder wenigstens das Leben mit Tratsch und Klatsch schwer zu machen. Höhen und Tiefen des eigentlich turbulenten Reigens sind zur Unkenntlichkeit glatt gebügelt worden. Da hilft auch kein Staraufgebot – Meg Ryan, Annette Bening oder Candice Bergen – und auch die neue glasklare Variante mit einer frechen Lesbe [Jada Pinkett Smith] in der Clique kann die Inszenierung nicht wirklich retten …

 

Di, 11.9., Tele 5 20:15 Uhr:

Radio Rock Revolution
USA/UK/D/FRA 2009, R: Richard Curtis**

Auf einem Schiff auf der Nordsee ist Mitte der sechziger Jahre ein britischer Piratensender stationiert, der mit Rockmusik und unmoralischen Sprüchen für Verbotsgelüste bornierter Tories [herrlich verklemmt: Kenneth Branagh] sorgt. Als einzige Frau auf dem Schiff hat es die lesbische Köchin nicht leicht, denn es ist ein Männerfilm mit Männerspäßen …

 

Mi, 12.9., SRF2 20:10 Uhr/Do, 13.9., 3sat 22:25 Uhr:

Der Koch
D/Schweiz/Indien 2014, R: Ralf Huettner**

Ein tamilischer Koch landet mit einer lesbischen Kellnerin im Bett – aber darum geht’s freilich gar nicht, sondern um die sinnliche Wirkung des ayurvedischen Essens, um Prostitution, … um den in solchen Filmen üblichen Kram halt

 

Do, 13.9., ServusTV 20:15 Uhr:

Liebe und Intrigen
FRA 2010, R: Alain Corneau***

Eine erfolgreiche Managerin [Kristin Scott Thomas] weiß ihre Macht auch gegen Mitarbeiterinnen einzusetzen; abgebrüht und berechnend wird sie dann jedoch von ihrer Assistentin [Ludivine Seigner] beinah buchstäblich um den Finger gewickelt und ausgebootet. So sind Frauen in diesem Beruf eben, kalt und berechnend – oder etwa nicht? Ach ja, es ist auch schwer, neue Klischees zu produzieren – oder?

 

Do, 13.9., RBB 23:30 Uhr:

Blau ist eine warme Farbe
Frankreich/Belgien/Spanien 2013, R: Abdellativ Kechiche, Comicvorlage: Julie Maroh********

Die turbulente und sexszenenreiche Liebesgeschichte zwischen Adèle [Adèle Exarchopoulos] und Emma [Léa Seydoux] – der umstrittene Film gewann die Goldene Palme in Cannes

 

Fr, 14.9., ZDFneo 23:30 Uhr:

Feuchtgebiete
D 2013, R: David Wnendt, Vorlage: Charlotte Roche*

Schon das Buch wurde seltsamerweise als bahnbrechend gefeiert; der Filmnachschlag sollte es auch werden: Roches ausbeuterischer Roman über Frauenkörper und Frauenerfahrungen; da darf ein lesbisches Intermezzo nicht fehlen

 

 

 


Ingeborg Boxhammers Bewertungen im Spielfilmbereich liegen folgende Kategorisierungen zugrunde:

Wertung nach dem Sternchenprinzip

* * * * * * * * 8 Sterne: Lesbisches macht mehr als 90 Prozent der Handlung aus. Ohne dies würde der Plot nicht mehr funktionieren. Lesbischsein/“Anderssein“ wird hier nicht negativ bewertet.

* * * * * * * 7 Sterne: Es geht überwiegend um lesbisch handelnde Frauen. Sie erhalten selbstverständliche Dominanz innerhalb des auch anderes ausführenden Handlungsstrangs.

* * * * * * 6 Sterne: Neben der Hauptthematik ist mindestens ein dominanter Handlungsstrang mit lesbischen Frauen vorhanden und unübersehbar!

* * * * * 5 Sterne: Implizit eindeutig lesbischer Tenor, die Geschichte wirkt jedoch etwas gebremst oder dient lediglich dazu, das Thema süffisant auszuschlachten.

* * * * 4 Sterne: (Nebenrollen-)Lesben oder lesbische Affären werden sind deutlich sichtbar und über einige Sequenzen des Films präsent.

* * * 3 Sterne: Innige/intensive Freundschaft oder Hassliebe mit lesbischen Möglichkeiten oder Ansätzen, die selten verfolgt werden.

* * 2 Sterne: Es taucht mal „etwas Lesbisches“ auf, wird erwähnt oder gezeigt; mal ein Kuss, mal ein tiefer Blick oder eine eindeutige Anmache …

* 1 Stern: So wenig Lesbisches ist hier drin, dass es immer wieder zu übersehen ist!

+: (Queere) Andeutungen und/oder Zwischentöne, Trans*-Darstellungen oder sog. Hosenrollen.

© Ingeborg Boxhammer (Bonn 2005/2017)

++++GRUNDSÄTZLICHE INFOS++++

– Die Fernsehinfos entstanden ca. Anfang 2007 als Service für Freundinnen. Inhaltsangaben und Wertungen spiegeln meine persönliche Meinung wider – und meinen Humor …Die Tipps bekommt ihr in der Regel im Zwei-Wochen-Rhythmus und UNENTGELTLICH. Sehr gerne könnt ihr aber hin und wieder etwas für www.lesbengeschichte.org spenden und damit die Zukunft dieser Seiten sichern: Ingeborg Boxhammer, Stichwort „Lebensgeschichte“
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