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Die burschikose Emma (Léa Seydoux) studiert Kunst und steht auf Frauen. © Wild Bunch Foto: ARTE France

Fernsehinfos vom 14.05. bis zum 25.05. 2018

Mo, 14.5., MDR 20:15 Uhr:

Gustav Adolfs Page
Österreich/BRD 1960, R: Rolf Hansen*

Gustl [Liselotte Pulver] tritt als Page verkleidet in den Dienst des schwedischen Königs Gustav [Curd Jürgens]. Im Lager der Soldaten flirtet Ellen Schwiers (!) als Prostituierte mit ihr … Anders als in der Vorlage von C. F. Meyer (1882) erfährt Gustav hier von der Maskerade seines Pagen … Literaturdrama

 

Mo, 14.5., ONE 20:15 Uhr:

The Wrestler – Ruhm, Liebe, Schmerz
USA 2008, R: Darren Aronofsky**

Gefeiertes Porträt eines alternden Wrestlers [Mickey Rourke], der sich sein verkrachtes Leben im Ring aus dem Leib schlagen lässt. Seine lesbische Tochter [Evan Rachel Wood] kann da auch nix machen. Merkwürdige, irgendwie langweilige Wrestling-Hommage

 

Mo, 14.5., arte 22:05 Uhr:

Blau ist eine warme Farbe
Frankreich/Belgien/Spanien 2013, R: Abdellativ Kechiche, Comicvorlage: Julie Maroh********

Die turbulente und sexszenenreiche Liebesgeschichte zwischen Adèle [Adèle Exarchopoulos] und Emma [Léa Seydoux] – der umstrittene Film gewann die Goldene Palme in Cannes

 

Mo, 14.5., MDR 23:05 Uhr:

Das Mädchen Christine
D (Ost) 1948, R: Arthur Maria Rabenalt+

Antikriegsfilm: Eine junge Frau folgt ihrem Liebsten, einem Oberst, als Soldat in den Dreißigjährigen Krieg, fühlt sich aber von seiner wachsenden Verrohung zunehmend abgestoßen …

 

Di, 15.4., SRF2 20:10 Uhr:

Jenny’s Wedding
USA 2014, R: Mary Agnes Donoghue******

Als Jenny (Katherine Heigl) ihre Liebste, Kitty, heiraten will, entscheidet sie sich für ein Coming out auch gegenüber ihrer tradtionsbewussten konservativen Familie. Das sorgt für Trubel auch in deren Lebens- und Beziehungsstrukturen. Nette Komödie, die leider das lesbische Leben nur peripher streift

 

Di, 15.4., SRF2 21:55 Uhr:

Hoi Maya
Schweiz 2004, R: Claudia Lorenz, 13 min

Zwei 70-jährige Frauen treffen sich nach 50 Jahren zufällig beim Friseur wieder … Klasse und berührend! Gewann bei der Berlinale 2005 den Panorama-Publikumspreis – zu Recht!! Außerdem mit dem Soundtrack der Schweizer Frauenband Les Reines Prochaines.

 

Di, 15.4., SRF2 22:35 Uhr:

Freeheld – Jede Liebe ist gleich
USA 2015, R: Peter Sollett********

Schon bald nachdem die junge Stacie Andree [Ellen Page] und die gestandene Polizistin Laurel Hester [Julianne Moore] sich als Liebespaar gefunden haben, erkrankt Hester an Lungenkrebs. Bis zum Tod kämpft sie darum, dass Stacie die gleichen Pensionsrechte gewährt werden wie bei einem heterosexuellen Paar. Etwas steif inszenierter Film nach tatsächlichen Begebenheiten: Laurel Hester starb 2006 im Alter von 49 Jahren. Die gleichnamige Dokumentation von 2007 (R: Cynthia Wade) erhielt 2008 den Oscar für die beste Doku!

 

Mi, 16.5., SRF2 23:55 Uhr:

Pride – Eine ungewöhnliche Allianz
UK 2014 R: Matthew Warchus***

1984 unterstützt eine Londoner Gruppe lesbischer und schwuler Aktivist_innen den Bergarbeiterstreik in Wales – zur großen Überraschung nicht nur der Streikenden  … Schönes Wohlfühlkino mit Qualitätsabzug, weil die lesbischen Frauen nur eine Marginalie darstellen

 

Zum Internationalen Tag gegen Homophobie am 17. Mai

Do, 17.5., HR 22:45 Uhr:

Gleiche Liebe, falsche Liebe?!? – Homophobie in Europa
D 2015, R: Peter Gerhardt

Reportage über die zunehmende Gewalt und Aggressivität gegenüber Lesben und Schwulen in Europa

 

Do, 17.5., HR 23:40 Uhr:

Du sollst nicht schwul sein
D 2015, R: Marco Giacopuzzi

Reportage über die diskriminierende Haltung der Religionen gegenüber Homosexualität

 

Fr, 18.5., arte 23:40 Uhr:

Tracks
Kulturmagazin, diesmal u. a. mit Soft Gabbers (Variante des Hardcore Techno), die sich in Hip Hop und „Queer-Kultur“ ausdrücken

 

Fr, 18.5., HR 00:00 Uhr:

Du kannst anfangen zu beten / Bei Bullen „singen“ Freunde nicht
FRA/ITA 1968, R: Jean Herman*

Zwei ehemalige Söldner [Alain Delon und Charles Bronson] knacken einen Tresor und sehen ihre wachsende Männerfreundschaft durch ein Lesbenpaar gefährdet … hmmm, vielleicht etwas zu frei formuliert …

 

Sa, 19.5., arte 05:20 Uhr:

Amazing Grace
Irland/UK 2017, R: Sophie Fiennes

Künstlerinnenporträt der schillernden jamaikanischen Musik- und Filmikone Grace Jones (geb. 1948), die sich immer wieder neu selbst inszenierte und Vorstellungen von Männlichkeit und Weiblichkeit aufgriff, um sie durcheinander zu bringen

 

Sa, 19.5., WDR 14:20 Uhr:

Das Wirtshaus im Spessart
BRD 1957, R: Kurt Hoffmann+

Komtess Franziska [Liselotte Pulver] schlägt sich nach ihrer Geiselnahme auf die Seite der Spessart-Räuber und mischt sich in Männerkleidern unter die illustre Schar um den Räuberhauptmann [Carlos Thompson]. Nettes, aber belangloses Spiel mit Geschlechterrollen und Moral

 

Sa, 19.5., Phoenix 20:15 Uhr:

Magic Cities: Kuala Lumpur – Im Rausch des asiatischen Wirtschaftsbooms
Reportage über Kuala Lumpur, die Hauptstadt Malaysias, in der neben dem Finanzzentrum u. a. auch eine Transgender-Szene porträtiert wird

 

So, 20.5., ZDFinfo 05:30 Uhr:

Der Sound von Tiflis: Georgien im Umbruch
D 2016

Porträt eines Clubs in der georgischen Hauptstadt Tiflis, dessen Betreiber sich für eine offene Gesellschaft und die Akzeptanz Homosexueller einsetzen

 

Mo, 21.5., Nitro 18:35 Uhr:

New York Taxi
USA/FRA 2004, R: Tim Story*

Die taffe und schlagfertige Taxifahrerin Belle [Queen Latifah] muss den tollpatschigen Cop Washburn [Jimmy Fallon] kutschieren und erlebt mit ihm zahlreiche Abenteuer. Seine Chefin [Jennifer Esposito] wird bei einem Geiselaustausch von der Oberbankräuberin [Gisele Bündchen] übergriffig angetatscht. Klamaukiges Action-Komödien-Remake, das auch „die Queen“ nicht so richtig sehenswert macht.

 

Mo, 21.5., Sat1 20:15 Uhr:

R.E.D. – Älter, härter, besser
USA 2010, R: Robert Schwentke+

Ironisch gemeinter Agenten-Thriller mit RentnerInnengang: Bruce Willis, Helen Mirren, Morgan Freeman legen den Bösewichtern das Handwerk und retten auch noch Mary-Louise Parker, die zwischendurch fälschlicherweise für lesbisch gehalten wird. Streckenweise unterhaltsam – Helen Mirren allemal!

 

Mo, 21.5., Kabel 20:15 Uhr:

Die Farbe Lila
USA 1986, R: Steven Spielberg, Vorlage: Alice Walker*****

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts angesiedeltes Emanzipationsdrama um eine junge Schwarze [süß: Whoopi Goldberg], die von ihrem brutalen Ehemann [Danny Glover] geschlagen und unterdrückt wird, bis seine Geliebte Shug [Margaret Avery] ihre Freundin wird. Die lesbischen Aspekte der Vorlage wurden weitgehend eliminiert; allerdings gibt es eine nette Kussszene zwischen der weltoffenen Shug und Celie – und ein schönes Lied, das Shug Celie widmet …

 

Di, 22.5., arte 00:10 Uhr:

Vincennes – Die revolutionäre Uni
Frankreich 2016, R: Virginie Linhart

Doku über die 1968 gegründete Universität, die eine Hochburg der 68-er-Bewegung war und „Bildung für alle“ bieten wollte. An der Hochschule ging es auch um Frauenemanzipation und die Rechte homosexueller Menschen.

 

Di, 22.5., ZDF 01:05 Uhr:

Feuchtgebiete
D 2013, R: David Wnendt, Vorlage: Charlotte Roche*

Schon das Buch wurde seltsamerweise als bahnbrechend gefeiert; der Filmnachschlag sollte es auch werden: Roches ausbeuterischer Roman über Frauenkörper und Frauenerfahrungen; da darf ein lesbisches Intermezzo nicht fehlen

 

Di, 22.5., ORF2 00:05 Uhr:

Die Frauen von Stepford
USA 2004, R: Frank Oz+

Eine gestresste Moderatorin [Nicole Kidman], die in ihren Sendungen auch schon mal sensationslüstern nach Lesben fragt, zieht mit ihrem Mann [Matthew Broderick] in das kleine Stepford, wo alle Frauen widerspruchslos ihren Männern gehorsam sind … Zahme oder eher zickige Neuverfilmung des Science Fiction-Klassikers von Ira Levin.

 

Do, 24.5., Disney 20:15 Uhr:

Grüne Tomaten
USA 1992, R: Jon Avnet*****

Geglättete und weitgehend „lesbenfreie“ Adaption des Romans von Fannie Flagg (1987); trotz der weitgehenden Ausblendung lesbischer Aspekte genießt dieses anrührende Freundinnendrama längst Kultstatus – mit Kathy Bates, Jessica Tandy, Mary Stuart Masterson, Mary-Louise Parker

 

Do, 24.5., ORF1 20:15 Uhr:

Mr. and Mrs. Smith
USA 2005, R: Doug Liman+

Killerpaar [Brad Pitt und Angelina Jolie], das jeweils nichts vom Beruf der Partnerin/des Partners weiß, wird dummerweise mit jeweils einem Mordauftrag gegeneinander aufgehetzt; frech-blutige Action, bei der eine lesbische Computer-Expertin einen Kurzauftritt hat

 

Do, 24.5., ONE 20:45 Uhr:

NightWash, u. a. mit Tahnee
Unterhaltungssendung mit Stand-Up-Comediens, diesmal u. a. mit der lesbischen Schauspielerin und Komödiantin Tahnee Schaffarczyk

 

Fr, 25.5., arte 00:25 Uhr:

Tracks
Kulturmagazin, diesmal mit einer feministischen Biker-Gang, den Ovarian Psycos, und mit „Shakedown“ einem Blick ins lesbische Nachtleben von Los Angeles

 

Fr, 25.5., SRF1 00:30 Uhr:

The Warriors
USA 1979, R: Walter Hill*

Bei einem Konflikt zwischen New Yorker Gangs kommt ein Mann zu Tode; die „Warriors“ werden für die Täter gehalten. Die Lizzies, eine Frauengang, locken sie in eine Falle. Actionfilm mit einer lesbischen Disco-Szene

 

 


Ingeborg Boxhammers Bewertungen im Spielfilmbereich liegen folgende Kategorisierungen zugrunde:

Wertung nach dem Sternchenprinzip

* * * * * * * * 8 Sterne: Lesbisches macht mehr als 90 Prozent der Handlung aus. Ohne dies würde der Plot nicht mehr funktionieren. Lesbischsein/“Anderssein“ wird hier nicht negativ bewertet.

* * * * * * * 7 Sterne: Es geht überwiegend um lesbisch handelnde Frauen. Sie erhalten selbstverständliche Dominanz innerhalb des auch anderes ausführenden Handlungsstrangs.

* * * * * * 6 Sterne: Neben der Hauptthematik ist mindestens ein dominanter Handlungsstrang mit lesbischen Frauen vorhanden und unübersehbar!

* * * * * 5 Sterne: Implizit eindeutig lesbischer Tenor, die Geschichte wirkt jedoch etwas gebremst oder dient lediglich dazu, das Thema süffisant auszuschlachten.

* * * * 4 Sterne: (Nebenrollen-)Lesben oder lesbische Affären werden sind deutlich sichtbar und über einige Sequenzen des Films präsent.

* * * 3 Sterne: Innige/intensive Freundschaft oder Hassliebe mit lesbischen Möglichkeiten oder Ansätzen, die selten verfolgt werden.

* * 2 Sterne: Es taucht mal „etwas Lesbisches“ auf, wird erwähnt oder gezeigt; mal ein Kuss, mal ein tiefer Blick oder eine eindeutige Anmache …

* 1 Stern: So wenig Lesbisches ist hier drin, dass es immer wieder zu übersehen ist!

+: (Queere) Andeutungen und/oder Zwischentöne, Trans*-Darstellungen oder sog. Hosenrollen.

© Ingeborg Boxhammer (Bonn 2005/2017)

++++GRUNDSÄTZLICHE INFOS++++

– Die Fernsehinfos entstanden ca. Anfang 2007 als Service für Freundinnen. Inhaltsangaben und Wertungen spiegeln meine persönliche Meinung wider – und meinen Humor …Die Tipps bekommt ihr in der Regel im Zwei-Wochen-Rhythmus und UNENTGELTLICH. Sehr gerne könnt ihr aber hin und wieder etwas für www.lesbengeschichte.org spenden und damit die Zukunft dieser Seiten sichern: Ingeborg Boxhammer, Stichwort „Lebensgeschichte“
Sparkasse KölnBonn IBAN: DE66370501980300933579 BIC: COLSDE33XXX.

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