| Lespress - Interview | ||
| Bewegte Bilder Die Regisseurin Deepa Mehta über ihren Film "Water" ![]() ? Frau Mehta, Sie sind Inderin und leben in Kanada. Wie sind Sie nach Kanada und zum Film gekommen? ! Ich wurde 1950 in Amritsar, Indien geboren. Nun lebe ich in Toronto. Als ich in Indien lebte, arbeitete ich in einem sehr kleinen Unternehmen, das Dokumentarfilme machte. Hier habe ich all die technischen Feinheiten gelernt und habe meinen ersten Film gedreht. Es war eine Dokumentation darüber, welche Düngemittel die besten sind für den Weizenanbau. In Indien traf ich einen kanadischen Filmemacher, in den ich mich verliebte und mit dem ich nach Kanada gezogen bin. ? Ich möchte mit Ihnen über Ihren aktuellen Film "Water" sprechen, der letzte Film der Trilogie Fire - Earth -Water. In "Fire" ist nicht nur das Feuer der Liebe angesprochen, sondern das Feuer trägt auch zur Befreiung der Frauen bei, in "Earth" geht es um das Land Indien, das 1947 geteilt wurde und in "Water" spielen viele Szenen am heiligen Fluss Ganges, der zur Reinigung der Seele dient. Was ist der gemeinsame Nenner dieser drei Spielfilme? ! Die drei Elemente gelten als Metapher für drei Stadien. Es sind alles Elemente, die uns sowohl wachsen lassen als auch zerstören können. ? "Water", erzählt aus dem Leben von Witwen, die alleine leben müssen, nachdem ihr Mann gestorben ist. Sie leben in einem Ashram, um ihr "schlechtes Karma" zu sühnen und um ihren Familien finanziell nicht weiter zur Last zu fallen. Das Leben des Mannes bestimmt das Leben der Frauen und mit seinem Tod sind sie nichts mehr wert. Das achtjährige Mädchen Chuya wird kurz nach ihrer Hochzeit Witwe und kommt in einen Ashram für Witwen. Gibt es im heutigen Indien noch Kinderwitwen? ! Die Diskriminierung von Witwen ist illegal in Indien, Dennoch existieren diese Ashrams. Aber ich habe selber noch keine Kinderwitwe in einem Ashram gesehen. Aber 1938 war es Realität. Heutzutage hört man zwar immer noch von Kinderheiraten in ländlichen Gegenden, aber das ist mittlerweile sehr selten. ? Während der Filmarbeiten zu "Water" griffen fundamentalistische Hindus das Filmset an und zerstörten es. Erst nach fünf Jahren haben Sie die Dreharbeiten unter strengster Geheimhaltung in Sri Lanka fortgesetzt. Würden Sie erzählen, was passiert ist? Lesen Sie dazu bitte das Buch "Shooting Water" von Devyani Saltzman (Tochter von Deepa Mehta) oder recherchieren Sie im Internet. ? Sie leben in Kanada und haben den Blick von Außen auf ihr Land und auf die Situation von den dort lebenden Frauen. Noch immer ist ein Mädchenleben in Indien nicht so viel wert wie das eines Jungen. Was muss in Indien passieren, dass die Rolle der Frau in der Gesellschaft gestärkt werden kann? ! Einige der stärksten Frauenrechtlerinnen, die ich kenne, leben in Indien und leisten dort wertvolle Arbeit. Und die Situation der Frauen dort hat sich sprunghaft verbessert. Aber nicht nur in Indien sind Frauen Bürger zweiter Klasse, sondern überall auf der Welt, auch in Deutschland und den USA. Dagmar Trüpschuch Literaturhinweis: Shooting Water: A Mother-Daughter Journey and the Making of a Film, by Devyani Saltzman Dagmar Trüpschuch (Photo: HAMILTON MEHTA PRODUCTIONS) |
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